Leguane, Tukane, Brüllaffen, Skorpione, Nasenbären und … laute Dschungelnächte in Cabuya (Teil 1)

„Guten Morgen! Sag mal, wie spät ist es?“
„4:00 Uhr.“
„Ach nö! Die nervigen Hähne krähen doch schon und ich fühl mich total ausgeruht.“
„Kaffee?“
„Oh ja, lass uns frühstücken!“

oder
„Wie spät ist es?“
„15:00 Uhr.“
„Oh nein, noch 5 Stunden bis ich endlich schlafen darf? Ich möchte ins Bett!“

So sehr sehnten wir uns in den ersten drei Tagen nach Nachtruhe oder zumindest einem umgestellten Biorhythmus. Dies hatten wir eindeutig unterschätzt. Als wir uns in einer riesengroßen supercleanen Shopping-Mall unsere Prepaidkarten fürs Handy besorgten, schauten mich so manche maskierte Besucher schon etwas irritiert an, als ich gegen 16:00 Uhr vor einem der Läden auf Marcus wartend ständig eingenickt bin. Was kann ich denn dafür, dass da auch so bequeme Sessel herumstanden. Welche vom Jetlag geplagte Person kann denn da schon widerstehen? Schnarch…

Allrad ist empfehlenswert.

Mit unserem übergroßen 4×4-Toyota machten wir uns am Tag 3 halbwegs ausgeschlafen (immerhin 4:30 Uhr geschafft 🥱) auf zur Fähre von Parqueo Puntarenas nach Paquera, einem kleinen Örtchen auf der Halbinsel Nicoya. Die Fahrt von knapp 100 km dauerte ganze 3 Stunden. Nein, wir haben nicht hier und da angehalten, weil wir Fotos geschossen haben. Es dauerte einfach so unverhältnismäßig lange, da hier maximal erlaubte Höchstgeschwindigkeit zwischen den Ortschaften bei 60 km/h und in den Dörfern bei 40 km/h bzw. in Schulnähe nur bei 25 km/h liegt. Und hier gibt es wirklich viele kleine Örtchen mit vielen kleinen Schulen 😂.
Dies störte uns aber nicht wirklich, denn das Riesenschiff, was uns ja als kostenloses Upgrade von der Alamo-Autovermietung nahezu aufgedrängelt wurde, weil die von uns gemietete Wagenklasse nicht verfügbar war, bietet ausreichend Platz und ist sehr gemütlich. Vor allem jedoch genossen wir so entspannt die schöne Landschaft.

Fantastischer Blick während unser Fahrt.

Auf die Fähre zu gelangen, war etwas quirlig. Es war nicht ganz so eindeutig, welche Autos auf die 12:30- Fähre wollten oder einfach nur am Meer parkten, weil es so schön war. Nach 2 Minuten hatten wir es aber raus. Wir machten es einfach wie die anderen: Wir fuhren in der Reihe immer in die Lücken um die stehenden Autos herum und kämpften uns so zügig vorwärts. Später wurde uns klar, das die parkenden Leute zwar auch auf die Fähre warteten, aber einfach noch essen oder spazieren gegangen waren und somit etwas chaotische Zustände auslösten. Am Ende hatten wir es geschafft, fuhren sicher auf die Fähre, entspannt mit der Fähre und wieder ebenso leicht chaotisch organisiert hinunter.

Die Fahrt mit der Fähre war eine willkommene Abwechslung.

Die 1-stündige Überfahrt selbst war sehr angenehm: Wind, Sonne, kleine Snacks wie z.B. platanos fritas (Kochbananenchips) und papas fritas (Pommes); Pelikane und vor uns die kleinen Inseln rund um Nicoya. Im Ohr immer wieder die Stimme des Kapitäns, der alle Anwesenden aufforderte, die Maske korrekt und überall an Bord aufzusetzen und auf Distanz zu achten.

Nachdem wir uns durch einen Auflauf von Händlern, Taxifahrern und Tagesausflüglern gewuselt hatten, fuhren wir dann nochmals weitere 1 1/2 Stunden über teilweise asphaltierte Straßen bis Montezuma. Vor dort aus waren es nur noch 8 km bis Cabuya, aber die hatten es in sich. Zum Glück hatten wir auf die Empfehlung anderer Reisender gehört und einen Wagen mit Allradantrieb gebucht. Es war ein aufregendes Vergnügen für uns Asphaltgewohnte. Unser Auto wurde nun zu einem wunderbar schaukelndem Schiff direkt entlang am herrlich blauen Pazifik, auf dem sich relaxed eine Pelikankolonie treiben ließ 🏝.

So, noch einen Fluß auf einer einspurigen, etwas älteren Brücke überqueren und da waren wir: im kleinen beschaulichem Örtchen Cabuya. Endlich konnten wir unser Domizil „Casa Libélula“ bei Joelle und Roberto für die nächsten 7 Nächte beziehen. Die Kinder bekamen einen kleinen Kulturschock: Ein Haus ohne Decke, nur mit Blechdach? Keine Schränke? Kaltwasserdusche? Wo ist der Geschirrspüler? Mikrowelle? Herd? Oh nein, schlechtes Internet? Aber auch dies war nach Sichtung der ersten Kolibris, kleiner Aras, Leguane, Geckos, Falter, Spinnen (😱), vieler verschiedener, herrlich durcheinander zwitschernder Vogelarten, spätestens jedoch nach der Bekanntschaft mit den zwei hauseigenen süßen Hunden Topa und Campanita alias Tinkerbell vergessen. Was für ein Glück 😅!

rustikaler Charme

2 Kommentare zu „Leguane, Tukane, Brüllaffen, Skorpione, Nasenbären und … laute Dschungelnächte in Cabuya (Teil 1)

  1. Hallo ihr Lieben🥰! Es ist immer wieder spannend eure Berichte zu lesen und dann noch die Bilder dazu; einfach sehr schön 👍. Passt bitte nur gut auf euch auf, wegen der ganzen Tiere: Man bekommt ja schon nur beim Lesen ein mulmiges Gefühl 🥴🤪. Freue mich schon auf die Fortsetzungen 👍.
    Liebe Grüße aus den kalten und ungemütlichen Deutschland und fühlt euch doll gedrückt 🤗🤗🤗😘👩🏻‍🦳

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