Happy Birthday mien „l├╝tten“ Deern ­čą│

17 Kerzen m├╝ssten es schon sein, wenn wir diese hier auf einer ordentlichen Geburtstagstorte anz├╝nden k├Ânnten. Leider wurde diese, in Ermangelung eines Ofens gekaufte Tarta de Lima, jedoch in der Affenhitze in Windeseile davonflie├čen. Somit waren es nur zwei Kerzen (eine bunte fette 1 und dazu eine noch buntere leicht deformierte 7), welche dann Paulines Geburtstag einl├Ąuteten ­čÄé. Mit den Geschenken ist es hier wie zu Weihnachten auf R├ęunion: so wirkliche Wunscherf├╝ller k├Ânnen wir hier nicht sein, aber Pauline ist da ja zum Gl├╝ck sehr entspannt unterwegs. Nebst ein paar lieben Worten von Fritzi auf einer selbstgebastelten Karte, gab es dann noch Kopfh├Ârer aus dem Supermarkt ­čśŁ, S├╝├čigkeiten und einen zweist├╝ndigen Strandausritt zum Playa Hermosa. Naja, auf ein kleines Geschenk, was die Oma uns in ein paar Wochen mitbringt, darf sie sich schon noch freuen. Aber was es ist, das wird hier nicht verraten, denn aus verl├Ąsslicher Quelle habe ich erfahren, dass geheime Informanten die Leserschaft des famili├Ąren Reisevergn├╝gens unterwandern ­čśť. Auf jeden Fall war es Paulines erster Sommergeburtstag und die Vorfreude aufs Reiten sehr gro├č. Hier geben uns ja die Gezeiten innerhalb der ÔÇ×hellen TageszeitÔÇť zwischen 6:00 und 18:00 Uhr den Rhythmus unserer Aktionen vor. Also hie├č es 6:30 Uhr raus aus den Betten. Wer braucht schon einen Hahn, wenn er Mama hat ­čśé? Fr├╝hst├╝cken, Z├Ąhne putzen, anziehen, rein ins Auto, anschnallen, Sonnencreme? Wasser?, abschnallen, raus aus dem Auto, aufschlie├čen, alles einpacken, wieder zuschlie├čen, rein, anschnallen und tadaaaa… wir waren p├╝nktlich! Unfassbar ­čąç­čĹŹ Beim n├Ąchsten Part waren Marcus und ich auf Grund k├Ârperlicher Einschr├Ąnkungen ­čÖł nicht mehr dabei. Wir trafen unsere sportlichen Damen erst am Strand wieder. Also gebe ich das Wort weiter…

Angekommen auf der Ranch, dr├╝ckte der Gaucho Fritte und mir jeweils eine B├╝rste in die Hand, mit welcher wir erstmal unsere Pferde striegelten. Als wir fertig waren, wurde aufgesattelt. Leider mussten wir nur noch auf die andere Teilnehmerin warten, bis es losging. Ravin erkl├Ąrte uns, dass Fritzis Pferd Brandy ein eher nerv├Âses Tier war, welches sehr gerne galoppierte. Als wir das h├Ârten, beschlossen wir, dass es wohl kl├╝ger w├Ąre, die Pferde zu tauschen. Apache, das Pferd welches ich gestriegelt hatte, war n├Ąmlich sehr (!!!) entspannt und faul. Genau das gab Fritzi die Sicherheit, die sie brauchte, um beruhigt ausreiten zu k├Ânnen. Als endlich die andere Teilnehmerin ankam (20 min zu sp├Ąt), durften wir aufsitzen und bekamen eine kurze Einleitung. Dann ging es auch ÔÇťschonÔÇŁ los. Zuerst ritten wir an den Weiden des Gest├╝ts vorbei hinein in den Dschungel, welcher uns zum Playa Hermosa f├╝hrte. Irgendwann entdeckte Fritzi im Dschungel eine ÔÇťMicrathena sexspinosaÔÇŁ, dies war eine Spinne, welche es nur hier und in Panama gibt. Diese Spinne wollten Fritte und ich schon seit unserer Ankunft in Costa Rica entdecken. Ich war deshalb total fixiert auf diese au├čergew├Âhnlich aussehende Spinne, als Brandy auf einmal einen Satz nach vorne machte und losgaloppieren wollte. Gerade noch rechtzeitig zog ich die Z├╝gel zu mir und brachte sie soweit unter Kontrolle, dass sie, anstatt durchs Geb├╝sch zu preschen, sich nun panisch im Kreis drehte. Als ich sie endlich beruhigte, drehte ich mich verwundert um, um zu sehen, weshalb sie sich so erschreckt hatte. Ich musste nicht lange suchen: ein Reiter gallopierte auf uns zu und kam kurz vor uns zum Stehen. Er entschuldigte sich nat├╝rlich sofort, l├Ąchelnd winkte ich ab. ÔÇťZum Gl├╝ck sa├č Fritzi nicht auf dem AngsthasenÔÇŁ, dachte ich erleichtert. Der Rest des Weges im Dschungel verlief entspannt. Als wir schlie├člich am Pazifik ankamen, war es total sch├Ân. Unser Guide erlaubte uns ab sofort selbst ├╝ber unser Tempo zu entscheiden. Sofort trieben die andere Reiterin und ich unsere Pferde an und galoppierten ├╝ber den Strand. Es war wundersch├Ân! Wir preschten durchs Wasser, welches uns ins Gesicht spritzte. Doch als die Pferde immer tiefer ins Wasser galoppierten, bremsten wir sie ein wenig und trabten Richtung Ufer. Dann trieben wir unsere Pferde zu ihrer Freude erneut an. Pl├Âtzlich jedoch wurde Brandy immer schneller und schneller bis sie auf einmal zum Usain Bolt der Pferde mutierte. So schnell war ich noch nie geritten, dementsprechend konnte ich mich auch nur mit M├╝he halten. Sie ritt n├Ąmlich keinen entspannten D├╝d├╝m D├╝d├╝m– Galopp, sondern nur noch ein D├╝d├╝ D├╝d├╝ :/ Brandy ber├╝hrte den Boden fast gar nicht mehr und flog regelrecht ├╝ber den Sand hinweg. Als sie dann wie aus dem Nichts noch mehr Tempo zulegte und eine Geschwindigkeit erreichte, von der ich nicht einmal wusste, dass Pferde das schaffen, sp├╝rte ich pl├Âtzlich, wie ich nach vorne aus dem Sattel flog und an ihrer linken Schulter vorbeisegelte. Mit einem Wumms! krachte ich auf den feuchten Sand. Ich erinnere mich nichteinmal, ob ich mich ├╝berschlagen habe oder so, daf├╝r ging einfach alles zu schnell… Ich wei├č nur noch, dass ich auf dem R├╝cken lag, mein Kopf wehtat und mein Hintern brannte. Lachend und unter einem ordentlichen Adrenalinschub, erhob ich mich dann langsam und suchte nach Brandy. Ich war ihr nicht b├Âse. Was konnte sie daf├╝r, dass ich kein Jokey bin, der es gewohnt war auf Ferraris zu reiten? Meine H├╝bsche raste nat├╝rlich einfach ohne mich weiter. Grinsend sch├╝ttelte ich den Kopf, welcher sofort zu pochen anfing. Zum Gl├╝ck hatte ich einen Helm auf! Die andere Reiterin kam besorgt neben mir zum Stehen und fragte, ob alles okay sei. Ich bejahte und machte mich auf den Weg zu Brandy, welche inzwischen entspannt ├╝ber den Strand schritt. Unser Guide nahm ihre Z├╝gel und brachte sie zu mir. W├Ąhrend ich ihm entgegenlief, kam Fritzi besorgt auf mich zu und dr├╝ckte mich ganz fest an sich. Von ihr erfuhr ich auch, dass Brandy angefangen hatte zu buckeln. Kein Wunder also, dass ich so aus ihrem Sattel katapultiert worden war. Ich umarmte Fritte noch einmal und versicherte ihr, dass alles gut war. Ich glaube, sie hatte sich ├╝ber meinen Sturz mehr erschrocken als ich… Als ich wieder auf Brandys R├╝cken sa├č, musste ich grinsen: Fritzi warf mir immer wieder besorgte Blicke zu und musterte mich, als wollte sie herausfinden, ob es mir wirklich gut ging. Jedesmal erwiderte ich ihren Blick mit einem aufmunternden L├Ącheln. Ravin, der Gaucho, erkl├Ąrte mir, dass ich ihre Z├╝gel richtig festhalten musste, so das immer ein gewisser Zug um Brandys Maul herum entstand und sie nicht schneller w├╝rde als sie sollte. Jetzt wurde mir nat├╝rlich auch sofort klar, warum sie so durchgegangen war. Ich hatte ihre Z├╝gel locker gelassen, denn so hatte meine damalige Reitlehrerin es mir beigebracht, da man die Pferde sonst verletzen k├Ânnte. Das hatte ja auch immer super funktioniert, sogar so gut, dass ich freih├Ąndig mit Pferden ├╝ber Felder geprescht war… Aber nicht jedes Pferd war gleich, was das anging und dies wurde mir in dem Moment auch klar. Nun, da ich wusste woran es lag, wollte ich am liebsten sofort wieder losgallopieren. Leider meinte Ravin jedoch, ich sollte es vorerst lieber lassen… Naja, aber das Meeresrauschen war irgendwie so laut, da hatte ich ihn wohl nicht so richtig verstanden… Au├čerdem blieben Brandy und ich manchmal so weit hinter der Gruppe zur├╝ck… Das muss man ja auch irgendwie aufholen oder nicht? Irgendwann hob Ravin sein Verbot auf und galoppierte mit Fritte und mir ein letztes mal ├╝ber den Strand. Dann kamen wir auch schon ans Ende der Tour und machten uns auf den R├╝ckweg. Als wir endlich ankamen und abstiegen war das eine riesige Erleichterung f├╝r mich und mein schmerzendes Hinterteil. Wir gaben den Pferden noch Wasser und halfen dabei, sie mit dem Wasserschlauch abzuspritzen. Nach einer kleinen Erfrischung auch f├╝r uns, machten wir uns langsam auf den Heimweg.

Marcus und ich genossen es sehr, den Kindern am beinahe menschenleeren, herrlichem Strand entgegenzulaufen. Es war ja erst 9:00 Ihr und damit nat├╝rlich nicht zu hei├č. Dass ich jedem Umriss, den ich grob in der Ferne ausmachen konnte, fr├Âhlich zuwinkte, am├╝sierte Marcus schon etwas, zumal dies leider mehrfach nicht Pauline und Fritzi waren ­čśŁ. Die ÔÇťUmrisseÔÇŁ, sobald sie vor uns standen, entpuppten sich jedes Mal als Spazierg├Ąnger und schauten stets etwas irritiert. Aber ich muss schon sagen, ich wurde immer h├Âflichst zur├╝ck gegr├╝├čt ­čśé. Irgendwann waren es aber Pauline und Fritzi. Zum Gl├╝ck hatten wir den Sturz nicht gesehen. Vermutlich w├Ąren wir verr├╝ckt vor Sorge gewesen ­čś▒. Pauline war auf der Seite komplett voll mit Matsch, lachte aber. Nachdem wir uns auch nochmal vergewissert hatten, dass alles soweit ok. war, sahen wir ihnen einfach nur beim Reiten zu. Das war schon wirklich toll und ich beschloss, beim n├Ąchsten Mal doch irgendwie mitzureiten.

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