Auf der Suche nach dem GlĂŒck đŸ€

Nach wirklich ereignisreichen und schönen 2 Wochen zu fĂŒnft mussten wir uns leider in San JosĂ© wieder von Mama/ Oma/ Schwiegermama verabschieden. Das war schon ein merkwĂŒrdiges GefĂŒhl 😔. Aber es gab ja noch mindestens 2 Fleckchen in Costa Rica, die wir noch entdecken wollten.
Schon am Dienstag ging es also weiter nach Monte Verde im Nordwesten des Landes. Dieses Gebiet ist bekannt fĂŒr seine Berge mit artenreichen NebelwĂ€ldern und befindet sich diesmal genau auf der gegenĂŒberliegenden Seite des Lago Arenal, wo wir ja schon vor ein paar Wochen beim gleichnamigen Vulkan ein paar sehr kĂŒhle, verregnete Tage verbracht hatten. Doch wir wollten es nochmal versuchen und mieteten uns eine kleine BlockhĂŒtte bei Michael und Sandra. Auch wenn diese Namen es anders vermuten lassen, sind beide Einheimische und zu unserem GlĂŒck arbeitet Michael als Guide und Sandra als Ausbilderin fĂŒr Guides. Beide waren also große Naturliebhaber und vor allem Kenner ihrer Region. Von Ihrem Insiderwissen profitierten wir sehr, denn nebst erstklassigen Tipps zur Umgebung gaben sie uns zu jedem Lebewesen, welches wir entdeckten, viele interessante Infos. Sie luden uns sogar zu einem kleinen Nightwalk in der Nachbarschaft ein.

Am Morgen ging es fĂŒr uns jedoch erst einmal in das Biologische Reservat Monte Verde. Dieser Park ist vor allem bekannt fĂŒr seinen unberĂŒhrten Nebelwald mit schönen Urwaldriesen, unzĂ€hligen verschiedenen Pflanzen und fĂŒrs ehemals weltweite einzige Vorkommen der Goldkröte. Diese, nur in Monteverde lebende Krötenart, starb jedoch 1989 aus ungeklĂ€rten GrĂŒnden aus. Glaubt man einem Hinweisschild im Park, sind die Ursachen dafĂŒr u.a. in der ErderwĂ€rmung zu finden. Auf Grund ausbleibenden Regens seit 1987 konnten sich keine Kaulquappen mehr zu wunderschön golden schimmernden kleinen Kröten entwickeln…
Und warum waren wir dort, wenn diese Kröte leider ausgestorben ist? Wir wollten einen Quetzal, den Göttervogel, sehen:
„Schon vor tausenden von Jahren verehrten die Azteken und die Maya diesen einzigartigen Vogel und sagten ihm glĂŒcksbringende Eigenschaften nach. Wer einen Quetzal fing und tötete, wurde selbst mit dem Tod bestraft. Und auch heute noch sind zahlreiche Menschen auf der Suche nach dem Göttervogel und seinem GlĂŒck. Wer ihn finden möchte, muss wohl oder ĂŒbel bis in die NebelwĂ€lder im Hochland Mittelamerikas vordringen. {…} “
Na dann mal los: Uns fĂŒhrten verschlungene Pfade hoch auf den Gipfel des Berges. Auch wenn wir bis dato keinen Göttervogel entdecken konnten, so genossen wir die Aussicht bis zur Halbinsel Nicoya und erfuhren auch hier, genau auf dem Bergkamm, Interessantes: Die eine HĂ€lfte des an dieser Stelle auftreffenden Regenwassers fließt nach Osten und irgendwann in die Karibik und somit auch in den Atlantik. Die andere HĂ€lfte hingegen fließt von hier aus hinab ins westliche Tal und mĂŒndet irgendwann in den Pazifik. Auch wenn dies sehr vereinfacht ist, so fand ich diese Vorstellung schon sehr spannend. Unsere Kinder empfanden das leider anders und liefen schon wieder davon. Obwohl, ich muss sagen, dass sie diese unzĂ€hligen Wanderungen durch „Noch ein Regenwald?“ schon sehr entspannt mitmachen, ohne großes Genörgel.

„Endlich“ auf dem RĂŒckweg und ziemlich erschöpft hörten wir ein leises, fast schĂŒchternes Zwitschern. Als wir nach oben schauten, glaubten wir es kaum. Direkt ĂŒber uns saß er in seiner vollen Pracht, der glĂŒcksbringende Göttervogel der Mayas und Azteken. GemĂŒtlich putzte das MĂ€nnchen sein buntes, schimmerndes Gefieder und ließ sich ĂŒberhaupt nicht von uns einsamen Wanderern stören.
Bringt ein Quetzal GlĂŒck? Ich weiß nicht… denn etwa 1 Stunde spĂ€ter hatte AirFrance unseren RĂŒckflug annulliert. Mal sehen wofĂŒr das gut war 😜.

Kurz ausgeruht ging es nach Einbruch der Dunkelheit schon wieder los. Michael und Sandra standen vor der TĂŒr und holten uns zum versprochenen Nightwalk ab. Mit einem super Equipment wie z.B. einer kleinen UV- Lampe und wirklich hellen Taschenlampen sowie einem Teleskop ausgestattet, liefen die beiden voran und ihre Begeisterung schwappte rasch auf uns ĂŒber. Nebst hochgiftigen Schlangen 🐍 đŸ˜± entdeckten wir schlafende Vögel, Frösche und diverse Insekten.
Dank des UV- Lichtes sahen wir sogar fluoreszierende Pilze und einen m.E. viel zu großen Skorpion. Das sah total verrĂŒckt aus, denn im Außenskelett der Skorpione befinden sich MolekĂŒle, die u.a. durch kurzwelliges Licht der UV‐Lampen angeregt werden. Als Reaktion darauf strahlen sie sichtbares Licht aus. Klappt wohl auch mit Mondlicht…

SpĂ€ter erspĂ€hte Michael sogar noch ein Opossum auf Grund seiner großen runden Augen, die einfach im dunklen Wald das Licht der Taschenlampe stark reflektieren. Opossums sind ja wirklich keine Schönheiten unter den Tieren und leise flĂŒsterten Marcus und ich uns beinahe gleichzeitig und leicht beschĂ€mt zu, dass wir sie sogar Ă€ußerst hĂ€sslich finden đŸ€­ Das macht schon etwas mit einem. Irgendwie erregt das ja auch Mitleid in dir mit diesem Tier, so zwischen all den schönen, bunten Wesen im Land…wirklich merkwĂŒrdig. Was sich die Natur wohl dabei gedacht hat? 😉

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