Velkominn til Íslands 🇮🇸☃️🌋😎

Nach 3,5 Wochen “Heimaturlaub” mit Quarantäne, winterlicher Ostereiersuche im Garten, Geburtstage des “ältesten” und auch des “jüngsten” Familienmitglieds der Sippe Schwarz, erfolgreicher Suche einer neuen Schule für mich, sicher dosierten Wiedersehens-Treffen mit Freunden und diversen Schnell- und PCR-Tests haben wir es geschafft: Endlich ging unsere Reise weiter! Kaum hatten wir uns an die kühlen deutschen Temperaturen halbwegs gewöhnt, wollten wir es wissen. Am Samstag, schon morgens 4:30 Uhr fuhren wir zu fünft im zu kleinen Taxi gestapelt zum Hamburger Flughafen und von dort aus flogen wir über Frankfurt in nur 3 Stunden 40 Minuten nach Keflavik auf Island. Dort hieß es nach der Ankunft wieder “Mund auf, Zunge raus, Ahhhhh…” und zu meiner Bestürzung auch hinstellen, an die Wand lehnen und Kopf zurück, damit das Stäbchen von einem routinierten PCR- Test- Profi soweit in die Nase geschoben werden konnte, dass ich mich vor Sorge, dass es gleich an meiner Großhirnrinde kratzt, immer weiter auf Zehenspitzen stellte. Dieses gesamte Prozedere dauerte insgesamt etwa 1 Stunde, so dass wir dann um 13:15 Uhr isländischer Zeit endlich zum Airport-Shuttle gehen und uns zur Autovermietung kutschieren lassen konnten. Unser erster Eindruck von Island? Weit, weniger kühl als befürchtet, karg und lustige Sprache…so eine Mischung aus slawisch, nordisch, niederländisch und englisch, auf jeden Fall schwer zu lesen geschweige denn auszusprechen: Kjòsarhreppur (Dies ist ein sehr(!) leichtes Beispiel für Ortsnamen, die man mal eben schnell im Vorbeifahren lesen muss. Schwacher Trost: Die Google-Dame liest sie noch verrückter vor als wir 😂)

Wir hatten ja zum Glück bei Airbnb eine liebe Gastgeberin gefunden, die unsere missliche Lage auf Grund des Shoppingverbots nach der Einreise verstand und für uns all die Lebensmittel eingekauft hatte, welche wir ihr zuvor auf einer Liste notiert hatten. Dem Internet sei Dank! Marcus war dann doch noch so unsicher, ob dies alles für 5 Tage und 5 Personen ausreichen würde, so dass wir uns kurzentschlossen zu zweit noch schnell einen Kronan- Supermarkt von innen anschauten. Irgendwie kamen wir dort mit 2 gefüllten Tüten zum erschwinglichen Preis wieder heraus und setzten nun etwas beruhigter unseren Weg nach Fremri Háls fort. Dort hatten wir eine kleine einsame Hütte “cosy cabin” gebucht, die nun unser Quarantäne-Quartier werden sollte. Weit ab von allem in den Bergen, damit wir auch entspannt unsere täglich erlaubten Wanderungen, äh natürlich kurzen Spaziergänge (🤫) machen können.

Zum Schock unserer Kinder ist diese Hütte quasi stromlos. Das hatte ich beim Buchen wohl übersehen 🤭. Das bemerkten wir erst, nachdem plötzlich abends das Licht und, für unsere Töchter viel schlimmer, das W-LAN ausging. Oh mein Gott, Außendusche und rationierter Strom? “Das ist ja wie im Mittelalter!” Historisch gesehen eher wie im letzten Jahrhundert, aber wir wollen ja nicht kleinlich sein 😂. Faktisch gesehen waren wir aber doch eigentlich sehr fortschrittlich unterwegs, denn immerhin standen uns nur nachhaltige gewonnene Ressourcen zur Verfügung: Geothermik ist das Zauberwort. Heißes Wasser aus den Tiefen der Erde gepumpt für unsere Dusche, den Pool und die Heizung. Leider müffelt es immer ein wenig nach Schwefel, ergo fauligen Eiern. Macht aber nix, denn wir sind ja unter uns 😜 Nein, man riecht nach dem Duschen tatsächlich nicht wie ein fauliges Ei 😅. Das kalte Wasser wird aus dem Innersten des angrenzenden Berges ins Haus geleitet und Strom mittels eines kleinen Solar-Panels an der Terrasse. Da in Island ja auch nicht immer die Sonne scheint, hieß es also rationierten Strom, um all die viel zu vielen technischen Geräte heutzutage aufzuladen (iPads fürs Homeschooling, Handys, E-Book-reader, Kamera, Marcus aktuelles Lieblingsspielzeug: die Drohne). Dann erst gab es Strom für den W-LAN- Router. Nach drei Tagen hatten wir uns daran gewöhnt und konnten alles einfach nur genießen. Tja, so schnell gehts also, den eigenen Dauerbedarf an Strom und ständig verfügbaren Internet zu reduzieren, erstaunlich. Zum Glück funktioniert die Heizung hier ebenfalls ganz wunderbar über Geothermik. Ach ja, die Dusche. Die gibt es nicht, zumindest nicht im Haus. Wir duschen hier mittels einer Außendusche und das bei 8°C Lufttemperatur 🥶. Aber so schlimm ist das gar nicht, sondern eigentlich ganz witzig, denn das Wasser selbst ist wie gesagt sehr heiß, so dass man ordentlich kaltes dazuschalten muss. Nachmittags nutzen wir hier den Hot-Tub, eine große Badewanne im Garten mit dem Blick auf die umliegenden, mit Restschnee bedeckten Berge und gaaaaanz viel blauen Himmel. Passt würde ich sagen!

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