Happy Birthday und Non-Stop-Sightseeing bis zum späten Abend

Unser ehrgeiziger Plan für den 8.Mai: ein ausgiebiges Geburtstagsfrühstück für die in Island mitreis(s)ende Oma, der nächste Hauswechsel jetzt Richtung südlichster Küste, auf dem Weg dorthin Spaziergang im Fjaðrárgljúfur Canyon plus Erkundung des Svinafellsjökulls am Fuße des Vatnajökulls-Nationalparks und dann weiter bis zum Jökullssalon, um die Eisberge zu sehen, die am Diamond Beach bis in den Atlantik schwimmen. So viele Jökulls (Gletscher) erwarteten uns heute, dass es fraglich war, ob wir das alles schaffen würden. Immerhin hatten wir vorab schon beschlossen, dass wir eine Übernachtung im Skyrhùsid-Gästehaus, eher Jugendherberge, in Hali eingeschoben hatten. Dies erwies sich als äußerst sinnvoll, denn abends waren wir so erschöpft vom Wandern, den vielen neuen Eindrücken und der Fahrt, dass wir schon 21:30 Uhr ins Bett fielen und trotz der zunehmenden nächtlichen Helligkeit am Himmel Islands komatös in den Schlaf fielen.

“Happy Birthday to you, happy birthday to you…” sangen wir vermutlich nicht im chorischen Einklang für die nun 68-jährige Mama, Oma und Schwiegermama. Pauline und Fritzi hatten mangels Umluftherd und diverser Zutaten trotz allem einen leckeren Geburtstagskuchen gezaubert, die bestellte Sonne schien und selbst ein paar (fast frische) Rosen konnten wir besorgen. Nach einem ausgiebigen Geburtstagsfrühstück quetschten wir noch eben gefühlt 1001 Dinge und uns selbst in das scheinbar von Haus zu Haus schrumpfende Auto, bevor es losging. Den Fjaðrárgljúfur Canyon erreichten wir nach etwa 1 1/2 Stunden und waren froh, dass wir uns nachdem wir uns 5 Minuten auseinander gefaltet hatten, endlich die Beine vertreten konnten. Dafür wanderten wir einen schmalen, gut markierten Pfad hinauf. Dass man diesen nicht verließ und dadurch Pflänzchen zerstörte oder in den Abgrund stürzte, darauf achtete sehr gewissenhaft eine Parkwächterin. Während sie zwei übermütige Jugendliche wütend zusammenstauchte, die fröhlich außerhalb der Absperrung auf den Klippen ihre Selfies machten, war sie zu uns außerordentlich freundlich und gab uns Tipps für die besten Fotomotive. Am Ende der Schlucht konnte Marcus auch seine Drohne steigen lassen und entdeckte so für uns im Tal Fleckchen, die uns von oben leider verwehrt waren.

Unser nächster Stop war der Svinafellsjökull, der uns mit seinen Eismassen im Vergleich zum ersten Gletscher noch mehr begeisterte. Wenn die Sonne sich durch die Wolkendecke kämpfte, schimmerte der schneebedeckte Gletscher stellenweise herrlich türkis. Hier waren wir nach 5 Minuten wieder ganz allein unterwegs und genossen das Klettern auf gestrandeten Eisbrocken. Allerdings mussten wir ganz schön vorsichtig sein, denn das Eis knirschte und knackte lautstark. Außerdem war die äußere Schicht des mit tropfenden Zapfen verzierten Eises ganz schön scharfkantig, stellenweise geradezu messerscharf 😱.

Den Abschluss des Tages sollte der Jökullsálon sein. Dieser begegnet jedem schon vorab auf Bildern & Co, der sich über Island und Sehenswertes informiert: riesige Eisberge auf türkisfarbenem Wasser vor gewaltiger Gletscherzunge Richtung Ozean treibend. Doch wie sah die Realität aus? Schon bei perfekt warmen Licht der langsam, zumindest etwas untergehenden Sonne, kamen wir endlich an. Der Wind pfiff uns wieder wie verrückt um die Ohren, weshalb die müden, äh gletscherübersättigten Kinder im Auto blieben. Wenig erwartend gingen Marcus und ich zwischen den karg bewachsenen kleinen Hügeln hindurch und es verschlug uns fast die Sprache, was sich dann für ein wunderschöner, kitschiger Anblick bot. Die Abendsonne strahlte auf die Gletscherzunge und den See, in dem Eisschollen und wirklich halbe Eisberge von ganz weiß bis hin zu sämtlich erdenklichen Blautönen schwammen. Schnell holten wir auch die Frostbeulen und das Geburtstagskind aus dem Auto dazu und bestaunten glücklich das besondere Spektakel. Happy Birthday!

Kurze Zeit später checkten wir im Skyrhúsid ein und gingen auf „Futtersuche“. Im einzigen Restaurant Halis feierte gerade lautstark eine Gruppe Isländer. Dabei sangen alle aus tiefstem Herzen isländische Lieder, von denen wir kein Wort auch nur annähernd verstanden. Wehmütig dachten wir an die Zeiten vor dem März 2020 zurück, in denen auch bei uns Restaurants besucht und Ständchen gesungen werden durften. Hach ja, das waren noch Zeiten… Wir hatten nun aber scheinbar den vollsten Tag des Jahres bei „Gerdis“ erwischt und bekamen spontan keinen Tisch mehr. Eine Stunde zu warten erschien uns zu lang und wir lehnten höflich ab. Also beendeten wir den ereignisreichen herrlichen (Geburts)Tag mal wieder mit unserem Camping- Dinner: Nudeln mit Tomatensoße. Kein gebührliches Geburtstagsessen, aber mit Liebe gekocht. Verði þér að góðu! 🥳

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