Wir haben uns verliebt: Islands unglaubliche Westfjorde (Teil 1)

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Noch immer bin ich ganz überwältigt und weiß genau: Hier war ich nicht zum letzten Mal!
Auf unserer Liste standen noch 2 Highlights, beide im Herzen der Westfjorde: der Dynjandi Wasserfall und der Làtrabjarg, einer der größten Vogelfelsen der Welt.
Schon allein der Weg dorthin lohnte sich. Kaum über den Pass und am nächsten Fjord angelangt, rief Marcus: „Da, hast du das gesehen?“ „Nö, was denn?“ „Da war doch ein Buckel.“ Schon hielt er an, sprang aus dem Auto, starrte aufs Wasser. Das Auto war so schön warm, aber die Hoffnung auf Wale lockt mich immer raus, auch wenn ich meinen Mann für ein wenig verrückt hielt. So standen wir dann in der Kälte und suchten. Dann, ganz plötzlich, tauchte sie vor uns auf, „nur“ eine kleine neugierige Robbe. Naja, auch süß, aber warten mussten wir dafür nicht, gibts ja auch bei uns in der Nordsee. Kaum drehten wir uns aber zum Auto um, hörten wir es aber ganz deutlich, das laute Pusten eines Humpbacks. Jetzt sahen wir ihn auch, ziemlich nah vor uns zog er völlig unbeeindruckt von uns aufgeregten Erdenbürgern entspannt seine morgendlichen Runden. Das hätten wir nun überhaupt nicht erwartet! Whale-Watching beim Autofahren. Wir beobachteten ihn noch einen Moment und entschlossen uns dann schweren Herzens, die Fahrt fortzusetzen. Der Ìsafjardadjùp ist ein sehr langezogener Fjord und wie so oft führt die Straße einmal komplett drumherum. Während dieser Fahrt starrten wir alle wie gebannt auf das Wasser und hoffen, noch eine weitere Fontäne zu sichten. Man wird ja irgendwie gierig 😜.
Das ist gar nicht so einfach, denn die Wale tauchen ja nur alle paar Minuten einmal auf. Doch kaum umrunden wir die Spitze des Fjords am äußersten Ende, tauchten 2 Wale beinahe direkt neben der Straße auf. Naja, das ist jetzt etwas übertrieben, aber wirklich dicht neben uns, vielleicht 30 Meter entfernt, atmeten sie wieder deutlich aus. So kam es, dass wir doch länger am Straßenrand parkten, uns in die Sonne legten und wirklich nahe eine Walfamilie beobachten konnten: „Mama, da ist einer.“ „Da, noch einer.“ „Es sind sogar drei, nein vier.“ Hach, ein Träumsche, auch für unsere „Kinder“ 🥰.

Nach einer halben Stunde Whale-Watching für lau, umrundeten wir noch 6,5 (!) weitere Fjorde bevor wir durch einen langen einspurigen Tunnel 😱 (5980m?) Richtung Süden fuhren und nun zumindest schon einmal in der Nähe des Wasserfalls waren. Noch etwa 20 km Schotterpiste und dann zeigte uns Google-Maps, dass wir am Ziel waren. Hmm, was war das? Dieses isländische Highlight sollte ausgetrocknet sein? Merkwürdig… die terrassenförmigen Gesteinsformationen waren noch erkennbar, aber das herabstürzende Wasser fehlte. Dafür sollten wir nun schon seit 6 Stunden unterwegs sein? Das glaubten wir nicht so ganz und recherchierten nochmals direkt vor Ort, was hier wohl passiert sein möge. Wasser umgeleitet? Baumaßnahmen? Dank Islands selbst im hinterletzten Winkel verfügbaren und halbwegs akzeptablen Internets ist ja alles möglich. Schnell fanden wir die Lösung: Google hatte sich geirrt und wir waren beim unspektakulären Nachbarn gelandet. Unser echtes Highlight befand sich 8 km weiter, natürlich um den nächsten Fjord herum. Und dieses sah dann schon ganz anders aus!

Es war schon später Nachmittag, als wir uns vom Dynjandi aus wieder auf den Weg nach Patreksfjördur machten. Wir hatten „nur“ noch 2 weitere Stunden anstrengender Fahrt über Schotterpisten-Serpentinen, an angsteinflößenden Abhängen entlang und fehl am Platz wirkenden herrlich hellen Sandstränden vor uns. Bei Sonnenuntergang erreichten wir dann endlich unser bisher schönstes Guesthouse, das Stekkabòl im beschaulichen Patreksfjördur.

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