Wale, heiße Quellen und ein Wiedersehen in den Westfjorden
Wale, heiße Quellen und ein Wiedersehen in den Westfjorden

Wale, heiße Quellen und ein Wiedersehen in den Westfjorden

Weil es so schön war, buchten wir noch eine weitere Nacht im Guesthouse. Einerseits, damit wir nach unser erfolgreichen Puffin-Suche nicht spätabends 4 Stunden zurückfahren mussten, andererseits weil wir einfach nochmal das leckere Frühstück, die chillige Atmosphäre und am nächsten Tag bei Tageslicht einen Hotpot alias heiße Quelle testen wollten. Es passte uns also sehr in den Kram…

Ein letztes Bad in den heißen Quellen auf dem Rückweg

Gesättigt und vor allem mit dem Kopf voller wunderschöner Bilder der letzten 2 Tage machten wir uns auf den Rückweg ins etwas verschlafene Holmavik. Schon beinahe selbstverständlich begleitete uns wieder herrlichster Sonnenschein und deshalb mussten (!) wir an der nächsten heißen Quelle anhalten, um ein entspanntes Bad zu nehmen. Leider hieß es aber anstehen. Hört sich komisch an so inmitten vom Nirgendwo, aber wenn auch weit und breit keine Menschenseele zu entdecken war, so war das Bad bereits von einem amerikanischen und einem Schweizer Pärchen besetzt, welche munter miteinander plauderten.

Die Bäder sind ja in der Regel recht klein, so dass wir zu fünft diesen Rahmen unvermeidlich gesprengt hätten. Also übten wir uns in Geduld und wurden nach etwa einer halben Stunde belohnt. Die Amis zogen etwas überhitzt und aufgeweicht weiter und wir nahmen rasch deren Rolle als Gesprächspartner für den aufgeweckten Schweizer/ Italiener und dessen nicht minder kommunikationsfreudigen Freundin ein. Schon waren wir nur noch zu viert, denn soviel Kommunikation auf engstem Badewannenraum behagte Marcus nicht ganz so und er verzichtete etwas unglücklich.

Das Wasser in so einer Quelle ist ja wirklich speziell: warm, klar, ganz leicht sprudelnd und ein wenig, nun ja, schleimig irgendwie, sehr weich. Ach ja und benutzt, auch wenn immer neues Wasser rein und verbrauchtes irgendwann abfließt. Trotzdem, da muss man sich erstmal dran gewöhnen oder es aushalten. Ich schaffte es nur 15 Minuten, dann gewannen die Gedanken über unterschiedlichste Partikel im Wassers die Oberhand und ich verließ den Naturpool. Meine restliche Familie schaffte es noch etwas länger und die Schweizer? Die sitzen vermutlich immer noch da und erproben aufgeregt und freundliche ihre Fremdsprachenkenntnisse 😂.

Zurück nach Hólmavík – und die nächste Walbeobachtung wartet schon

Die restliche Fahrt war sehr gemütlich. Über schneebedeckte Berge, langsam blühende Täler und vorbei an vielen, vielen Schafen und einem lebendigem Polarfuchs (🥳) erreichten wir wieder Holmavik. Unterwegs umfuhren wir ja erneut mehrere Fjorde, so ganz kleine, etwas größere und Islands breitesten, den … . Doch wir entdeckten nicht einen weiteren Wal. Ja, man schaut ja immer, wenn man dieses Glück schon hatte, aber diesmal eben vergeblich. Deshalb war uns das Ziel für den kommenden Tag bereits klar, noch ehe wir in Holmavik ankamen. Wir wollten unbedingt nochmal zum Isafjarõardjúp ganz in der Nähe. Wer weiß, vielleicht könnten wir ja wieder Wale von der Straße aus beobachten?

Eine Walfamilie direkt vor unseren Augen – ganz ohne Boot

“Hast du die Drohne dabei?” “Klar! Handy?” “Natürlich! Wasser und Knabberkram?” “Warte, mach ich.” “Kinder?” “Los Mädels, Handys aus und anziehen.” “Oh man, jetzt schon. Ich will nur noch kurz…” “Nix da, wir fahren jetzt los, also dalli.” Nörgel, nörgel…aber dann ging’s schon los. Früh machten wir uns auf den Weg zum Fjord. Die Oma hatte keine Lust und so fuhren wir zur Viert 40 Minuten zum Fjord. Kaum angekommen dauerte es keine 15 Minuten und wir sahen die erste Fontäne, gleich darauf die zweite und schon die dritte. Wir hatten eine Walfamilie entdeckt. Wir konnten es kaum fassen, keine 20 Meter von uns prusteten sie ihre Luft aus, glitten entspannt an der Oberfläche entlang und tauchten dann wieder tief hinab. Schnell hatte Marcus die Drohne startklar gemacht und erspähte rasch den älteren Wal, den er nun auf seiner Runde begleiten konnte. Wir waren einfach nur begeistert und genossen das Spektakel 1 1/2 Stunden, die wie im Flug vergingen. Zwischendurch gesellte sich wieder eine Robbe zu uns, nahm uns neugierig unter die Lupe und im Hintergrund schwammen die Wale, was für ein Anblick!


Mehr Wasserfälle, Gletscher, Vulkane und Abenteuer gibt es in unseren Island Reiseberichten.


Hat dir unser Reisetagebuch gefallen?
Wir freuen uns über ein ⭐️ Like oder deine Gedanken, Anregungen und Fragen in den Kommentaren!

Hast du Tipps oder Fragen? Ab in die Kommentare damit!