Regenwetter am Franz Josef Gletscher – Was man bei schlechtem Wetter trotzdem entdecken kann
Regenwetter am Franz Josef Gletscher – Was man bei schlechtem Wetter trotzdem entdecken kann

Regenwetter am Franz Josef Gletscher – Was man bei schlechtem Wetter trotzdem entdecken kann

Ein Regentag am Franz-Josef-Gletscher

Was lässt sich Regenwetter in Waiau entdecken? oder ehrlicher: Wie kann man in Waiau bei Regenwetter die Zeit totschlagen? Bisher hatten wir entgegen vieler Vorhersagen richtig tollen Sommer auf der Südinsel. Laut der Neuseeländer hätten wir riesiges Glück (wer hört das nicht gern?), denn noch bis Ende Januar sei dies ein extrem verregneter Sommer gewesen, was leider auch manchen Erdrutsch verursachte. Doch sollte sich das Wetter nun auch am Waiau Franz Josef Gletscher wenden? Was macht man am Gletscher, wenn es aus Kübeln regnet? Weiterfahren?

Guten Morgen im Dauerregen

Wir hatten es befürchtet, denn die gängigen Wetter-Apps hatten uns vorgewarnt. Selbst diverse benutzerfreundliche Apps, die einem den Tag meistens mit viel Sonnenschein-Vorhersagen versüßen und die man dann besonders bevorzugt aufruft (ich zumindest 😃), kündigten für die kommenden 12 Stunden etliche Liter Dauerregen an. 

Ich als Frühaufsteherin (gern so 6:30 Uhr) bin an solchen Tagen etwas gekniffen, vor allem, wenn meine beiden Nachteulen dann bis späten Vormittag (für mich 10:00 Uhr;)) ausschlafen können und ich mich auf engstem Raum mit ihnen zu Tode langweile. Und ja, ich lese dann, schreibe Texte oder träume so vor mich hin, aber auch das ist irgendwann erledigt. Dann heißt es nur noch Frühstück vorbereiten und hoffen, dass Pine und Marcus langsam aufwachen.

So war es eben an diesem verregneten Morgen. Als mich der zweite Kaffee schon im Dreieck springen ließ, öffneten beide so langsam ihre Augen. Da es draußen wirklich aus Kübeln goss und keine Berge mehr zu erkennen waren, ernannten wir diesen Tag einfach zum OrgaTag, recherchierten, planten und buchten schon erste Reiseziele für unseren Start auf der Nordinsel. 

Ein Spaziergang durch Franz Josef

Gegen Mittag hielten Marcus und ich es nicht mehr aus. Mit Schirm und in Regenklamotten eingemurmelt (es ist ja ohne Sonne plötzlich recht kalt in den Bergen Neuseelands) zogen wir los, um zumindest den Ort etwas auszukundschaften. Nach etwa 20 Minuten war dies auch abgehakt und wir schlenderten Richtung Fluss, der vom Gletscher zum Pazifik Unmengen Geröll und heute auch Wassermassen mit sich führte. All dies in einer Kulisse aus dunkel bewaldeten Hügeln, durchzogen von wabernden Nebelschwaden und diesem reißenden, milchig grauen Fluss wirkte sehr besonders. 

Heiße Schokolade statt Gletscherwanderung

Auf dem Rückweg entdeckten wir den kleinen Glühwürmchenpfad und nahmen uns vor, diesen nochmal am Abend anzuschauen. (Es gibt hier wohl auch noch einen alten Eisenbahntunnel, in dem die Glühwürmchen zu bestaunen sind. Der Weg dorthin ist etwas länger und auf Grund des starken Regens war der Tunnel vorübergehend gesperrt). Bis dahin verbrachten wir u.a. Zeit in einer urigen Bar mit heißer Schoki, Kaffee und all den anderen im Regen gestrandeten Touristen, die irgendwie nur ihre Zeit füllen wollten. 

Keas und Glühwürmchen am Abend

Glücklicher Weise ließ der Regen gegen Abend nach und auf dem Weg zu den Glühwürmchen entdeckten wir sogar unsere ersten Keas, die beide auf dem Dach des Wildlife Centers emsig versuchten, das Dach auseinanderzuknabbern. Was für hübsche Papageien. Ein paar Tage später, am Arthurs Pass, sollten wir jedoch die Gelegenheit bekommen, sie aus der Nähe zu betrachten. Nun wollten wir die Glühwürmchen* finden und gingen zum Ausgangspunkt des Pfades.

Schon nach ein paar Metern entdeckten wir die kleinen hellen Lichtpunkte, welche aussehen, als hätte jemand MiniLED-Leuchten in den Wald gelegt. Es war wieder so wie zu Ostern. Wir freuten uns immer wieder, wenn wir ein paar entdeckten, während wir sehr langsam durch den nahezu schwarzen Wald gingen. Wir konnten die Hand nicht vor den Augen sehen und somit hatte dieser kurze Ausflug auch ein wenig etwas von einer Nachtwanderung, die wir als Kinder im Ferienlager oder auf Klassenfahrten liebten und gleichermaßen auch mit einem angenehmen Kribbeln fürchteten. 

*Es sind übrigens keine glühenden Würmchen wie der Name vermuten lässt, sondern eigentlich Larven einer in Neuseeland endemischen Langhornmücke ( Maori: Titiwai). Sowohl die Larven als auch das daraus hervorgegangene Insekt sind biolumineszent. 

Wo waren unsere Stopps nochmal? Auf dieser Karte (FindPenguins) markieren wir unsere komplette Reiseroute 2025/2026 live, von Japan über Taiwan, Singapur, Malaysia, Indonesien, Australien, Neuseeland, Französisch Polynesien und den USA. 

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