Auf der Insel Izu haben wir uns recht schnell wieder an den Linksverkehr und die recht schmalen Straßen Japans gewöhnt. Der Straßenverkehr ist hier eigentlich ganz ruhig und überschaubar, wenn man ein kleines Auto hat und eher im ländlichen Raum unterwegs ist. Dazu aber später mehr. In den ersten Tagen übten wir erstmal ganz Alltägliches: Einkaufen, Umgang mit Müll und Kommunikation. Die Supermärkte sind hier ähnlich im Aufbau, aber mit komplett anderem Angebot und Preisniveau. Nach dem ersten Kälteschock beim Betreten eines Ladens landet man wie bei uns meistens in der Obst/Gemüseabteilung (Ich habe schon immer eine Jacke oder einen dünnen Pulli für den Einkauf mitgenommen). Bezahlbar waren für uns hier tatsächlich nur die Bananen (die ich schon bald nicht mehr sehen kann) sowie anfangs noch ein paar Äpfel und Minigurken. Drei unreife kleinere Tomaten kosteten auch so an die 3€ und eine kleine bis normalgroße Wassermelone startete bei etwa 10€. Milch und Joghurtprodukte sind zwar nicht günstig, aber der Preis ist dennoch absolut im Rahmen. Hier kam für uns nur manchmal das böse Erwachen beim ersten Geschmackstest, weil viele Lebensmittel doch noch zusätzlich mit (viel) Zucker angereichert werden. Nach etwa dem 3. Einkauf kannten wir jedoch schon das Schriftzeichen für Zucker und das half enorm 😉. Grundsätzlich ist beim Einkaufen die Übersetzungs-App nicht wegzudenken. Dies bewahrt einen auf jeden Fall vor bösen Überraschungen, wie versteckten Fischinnereien, getrocknetem Thunfischabrieb oder püriertem Tintenfisch; kein Witz! Den größten Raum im Supermarkt nimmt jedoch häufig die Convenience food-Abteilung ein. Hier gibt es abgepackte, (hoffentlich fast) frisch zubereitete Menüs für erstaunlich wenig Geld. Für Hähnchen mit Reis und 3 1/2 Erbsen bezahlen wir hier ca. 2-3 €. Es werden überwiegend Hähnchen-, Schwein- und Fischgerichte angeboten. Als Vegetarier ist man hier ganz schön aufgeschmissen, zumindest wenn man auch Fisch ablehnt. Jedenfalls haben wir uns oft gefragt, ob die Menschen hier überhaupt zu Hause kochen, denn diese Menüs waren hier überaus begehrte Ware. Wenn man zudem die Kosten für einen frischen, selbstgemachten Salat plus Reis und Fisch bedenkt, ist es auch irgendwie nicht verwunderlich. Der Verpackungsmüll ist dann jedoch insgesamt echt enorm. Plastik wohin das Auge reicht: Verpackung, Tüte, Gabel/ Löffel oder Stäbchen plus extra verpackter Reinigungstücher. Die Mülltrennung erfolgt hier sehr akribisch: Plastikflaschen, Deckel der Flaschen, Plastikfolie an den Flaschen, Brennbares (eigentlich alles außer Flschen, Deckel und Essensreste) und Organisches. Mitunter kam es vor, dass wir in Japan vor 6-8 Mülltonnen unterschiedlichster Sortierung standen und erstmal riesige Plakate studieren mussten, um den Müll loszuwerden, den wir beim Einkauf hinterhergeworfen bekommen, auch wenn wir verneinten. Diesen konnten wir jedoch nicht in selbigem Laden wegwerfen (außer im Family Mart 🙏🏼), weil es schlichtweg keine Mülleimer gab. Müll ist hier (bisher in Japan und teilweise auch in Taiwan) Privatsache. Als Tourist gestaltet sich dies dann oft recht schwierig und scheint einfach nicht zu Ende gedacht, so ganz nach dem Motto: Wir verpacken alles vielfach, unerwünscht und oftmals absolut unnötig, übernehmen aber keine Verantwortung für die riesigen, dabei entstehenden Müllberge. Nachhaltigkeit? Nun noch ganz kurz ein paar Infos zur Kommunikation. Wir versuchen es natürlich immer mit Englisch, aber oftmals enden wir bei Händen und ausdrucksstarker Mimik 😂 oder der App. Allerdings ist es oft ganz niedlich, wenn ältere Menschen alles ganz oft wiederholen, bis sie merken, dass wir es nicht verstehen. Dann öffnen wir die Übersetzungs-App und sie reden gleich drauflos, ohne Punkt und Komma oder gar nicht mehr. Erfahrungsgemäß dauert es dann etwa 3 Minuten, bis sich das Dialogsystem eingespielt hat, obwohl uns ein „Ja!“ / Kopfnicken oder „Nein!“ / Kopfschütteln bzw. Fingerzeig in die richtige Richtung schon ausgereicht hätte. Wenn auch weniger effektiv, ist es immer sehr lustig und bekanntermaßen löst ja ein gemeinsames Lachen auch viele Barrieren, in der Sprache und hoffentlich auch im Kopf.
Was wir in einem traditionellen Badehaus erlebt haben könnt ihr hier nachlesen.






