Herbst am Fuji: Farbenrausch, Wandern und kleine Reise-Pannen in Japan
Herbst am Fuji: Farbenrausch, Wandern und kleine Reise-Pannen in Japan

Herbst am Fuji: Farbenrausch, Wandern und kleine Reise-Pannen in Japan

Ankommen am Kawaguchiko-See: Frühstück mit Fuji-Blick

Unsere Tage am Fuji gestalteten sich recht ähnlich: Morgens wachten wir meist ausgeschlafen, ohne das Klingeln eines nervigen Weckers, auf, schauten aus dem Fenster und begrüßten erst einmal den Fuji mit seiner Schneehaube. Nach einem flotten Reisefrühstück (Instant Coffee à la Japan, trockenes Baguette mit Butter und übersüßter Erdbeermarmelade oder Haferflocken mit Banane oder gefrorenen Himbeeren – Highlight am Fuji ☺️).

Mit dem Fahrrad durch Japans buntesten Herbst

Dann ging’s auch schon los:
Tag 1: Wir liehen uns zwei Fahrräder und erkundeten die Gegend rund um den Kawaguchiko-See. Dieser ist berühmt für seine Lage am Fuße des Fuji, die kunterbunt gefärbten Bäume am Ufer sowie die umliegenden bewaldeten Hügel, die ebenfalls in den faszinierendsten Farbmischungen von Tiefrot über Knallgelb bis hin zu Neonorange und Grün leuchten. Ein solch farbenprächtiges Herbstspektakel haben wir noch nie erlebt – wunderschön!

Ein verregneter Pausentag und ein ungewöhnliches Problem

Tag 2 war sehr ruhig, denn eingehüllt in graue Wolken begrüßte uns der Fuji träge, und wir machten es ihm nach. Schön eingekuschelt in unsere Betten vergammelten wir den Tag mit Telefonaten, Buchungen diverser Flüge und Unterkünfte oder lasen ein ganzes Buch. Ach ja, gegen Abend rafften wir uns noch auf, um einmal Wäsche zu waschen. Dafür spazierten wir im Nieselregen zur nahegelegenen Wäscherei, die Heißtrockner anbot. Diese mussten es tatsächlich sein, weil ich nach den vielen Bettwanzenbissen aus Taiwan (so an die 60!!!), die immer noch höllisch juckten, keine Lust mehr auf den eingeschleusten Floh in meiner warmen und einzigen Leggings hatte, der sich nun seit zwei Tagen erfolgreich wie auf einem Nachtmarkt entlang der Bettwanzenstraße den Wanst vollschlug. Auf jeden Fall hat es geholfen 😃.

Wandern am Fuji: Sonne, Stille und 2.500 Meter Höhe

Am dritten Tag wurden wir mit wunderschön blauem Himmel und ganz viel Sonnenschein geweckt. Darauf hatten wir gewartet, denn dies sollte unser Wandertag werden. Ganz auf den Fuji hinauf ging es ja schon seit September nicht mehr, weil die Zugänge aus Sicherheitsgründen nur bis zur 5. Station offen sind. Bis dorthin, auf eine Höhe von 2.500 m, kann man aber mit dem Auto fahren und dann oben bei etwa 0 °C ein paar Trails wandern. Trotz der Kälte fanden wir es überwältigend, nach etwa 45-minütiger Fahrt durch fantastische Herbstwälder oben am Fuji zu sein. Es war an der Station selbst zwar recht überfüllt, aber wie wir bereits vielerorts bemerkt haben, mussten wir auch dort wieder nur 100 m weitergehen, und schon hatten wir unsere Ruhe und fühlten uns ganz allein auf dem Fuji.

Begegnungen am Berg: Gastfreundschaft aus Südkorea

Die Sicht war erstklassig, und die Sonne strahlte die ganze Zeit – ungefähr wie wir vor Freude. Irgendwann trafen wir noch auf eine kleine Reisegruppe aus Südkorea. Die waren ja so lieb! Sie versuchten, mit uns ein wenig Englisch zu reden, und fragten nach, woher wir kämen, wohin unsere Reise weitergehe und warum wir nicht Südkorea bereisen. Letztere Frage war uns etwas peinlich, weil wir irgendwie keinen Grund angeben konnten. Wir hatten auch das Gefühl, dass es ein wenig an ihrem Nationalstolz kratzte, auch wenn sie keineswegs unfreundlicher wurden – eher erstaunt wirkten sie. Dennoch haben sie uns mit Nüssen, Mandeln, Schokoriegeln und zwei Kaffeebonbons beschenkt. Ach, war das lieb!
Gleich darauf überlegten Marcus und ich, wie wir beim nächsten Mal in solch einer Situation reagieren sollten: Wir sagen einfach, dass wir noch unsicher sind, und fragen dann zurück, was denn zu empfehlen wäre. Hoffentlich hilft’s 😉.
Am Ende unserer Tour wurden wir noch mit einem fantastischen Sonnenuntergang belohnt. Was für ein Geschenk dieser Tag doch war!

Overtourism am Fuji: Pagode, Dorf und Eishöhlen

An den nächsten beiden Tagen war das Wetter sonnig bis wolkig, sodass wir nun die anderen empfohlenen Touren machten. Wer kennt nicht das Bild mit der großen Pagode vor dem Fuji? Scheinbar sehr viele, denn schnell merkten wir, dass dieses Highlight extrem überfüllt war. Ja, die Aussicht ist schön, aber gequetscht mit hundert anderen Touristen das perfekte Bild der Pagode vor dem Vulkan zu knipsen, schmälert das Erlebnis irgendwie – es entwickelt sich dann eher so eine Jahrmarktstimmung. Ebenso erging es uns im nahegelegenen traditionellen japanischen Dorf. Fürchterlich!
Der nächste Reinfall waren die Eishöhlen. Ich ersparte mir diesmal den Kick und wartete draußen auf Marcus, der nach fünf Minuten schon wieder neben mir stand. So schnell konnte ich ja noch nicht mal mein Eis schlecken!

Ein würdiger Abschluss: Die Shiraito-Wasserfälle

So blieben nur noch „Japans schönste Wasserfälle“ für den letzten Tag – und diese waren die 30 Minuten Fahrt wirklich wert. Wir konnten nicht nur ohne viel Publikum schöne Fotos rund um den Fuji machen, sondern auch die Shiraito-Wasserfälle als besondere Kulisse dafür nutzen.

Fazit: Warum sich der Fuji im Herbst absolut lohnt

Leider war unsere „Fuji“-Woche schnell vorbei, aber wir waren absolut begeistert – sowohl vom Vulkan und seiner Umgebung als auch von der Farbenpracht, die uns hier im Herbst erwartete. Japan im Herbst? Eine ganz klare Empfehlung!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert