Wo sind die Orang-Utans auf Borneo?
Wo sind die Orang-Utans auf Borneo?

Wo sind die Orang-Utans auf Borneo?

Unsere Ankunft in Kuching – eine Stadt im Regenwald?

Zwischen Hochhäusern und Dauerregen: Erste Eindrücke von Borneo

Um dies herauszufinden und Weilers schon immer mein Traum war, frei lebende Orang Utans zu sehen, flogen wir zu dritt ( mit Pauline) nach Borneo. Doch schon bei der Ankunft in Kuching wurde uns klar, dass dies ein schwieriges Unterfangen werden könnte.

Wir landeten inmitten einer riesigen Großstadt mit Hochhäusern, ShoppingMalls und demnächst auch einer U-Bahn. Wo sollten denn hier bitte noch Orang-Utans einen Platz haben? Wir ahnten ja schon bei der Buchung, dass Kuching kein kleines Dorf ist, aber das überraschte uns doch schon. Noch in der Nacht bezogen wir unser kleines Appartement in der 8. Etage von insgesamt 23 (!) Stockwerken und blickten auf die nächtliche Skyline, bestehend aus einem Lichtermeer der Werbetafeln, Autos, Kirchtürmen und Stadion. Das sollte indonesischer Dschungel sein? Die grüne Heimat der Orang-Utans?

Shoppingmall statt Dschungel: Kulturschock in Kuching

Das einzige, was etwas das Gefühl doch auf der richtigen Insel gelandet zu sein, war der Dauerregen, welcher uns am nächsten Tag begrüßte. Durch dieses Grau erblickten wir gaaaanz weit entfernt tiefgrüne, vom Nebel umhüllte Bergkuppen. Dort wollten wir hin, aber der Regen machte uns einen Strich durch die Rechnung. Also hieß es für uns zuallererst die Stadt zu erkunden. Wir stellten ziemlich schnell fest, dass diese in fester chinesischer Hand war, wenn man das mal so sagen kann. Es waren nicht nur die chinesischen Schriftzeichen, sondern auch die Restaurants, Geschäfte, Banken und natürlich deren Einwohner. Nach einem kurze Abstecher am sehr vollen Fluss, in dem ein großer Rochen auf der Jagd war, schlenderten wir an verschiedensten Hauptstraßen durch den warmen Regen bis zu einer Shoppingmall. Hier kamen wir uns vor wie in Europa. Alles war weihnachtlich dekoriert, wenn der Tannenbaum auch mit tropischen Blumen geschmückt war. Schon am Eingang lockte Starbucks mit seinen Daily Specials und auch H&M lud zum Sommer-Sale ein. Es gab sogar ein Kino darin! 

(Dieses extrem unterkühlte Kino besuchten wir an einem weiteren Regentag und schauten uns Zootopia an. Es waren etwa eisige 16°C darin, so dass ich schnell nochmal mit der Rolltreppe eine Etage hinab fuhr, um im nächsten Muji drei paar Socken zu kaufen. Wolljacken fand ich leider nicht so auf die schnelle😜. Dann noch mit drei heißen Schokis to go ausgerüstet flitzte ich so gut es ging zurück in die Eistruhe und lachte mit den Zähnen klappernd über Flash. So hatte ich mir einen Kinobesuch in den Tropen nicht vorgestellt.)

Jedenfalls gab es in dieser Mall einen fabelhaften Food Court, indem wir die kommende Woche oft abends essen gingen. Irgendwie wurde es zu unserem Ritual, dass jede Fahrt mit dem Grab, von wo aus auch immer, abends dort endete. Dies wirkt vermutlich etwas merkwürdig, aber nach ein paar Monaten in Asien genossen wir den Luxus sehr, mehr Auswahl zu haben als „Reis mit Hähnchen oder Tofu?“, „Scharf oder süß sauer?“, „ Mit anschließender Übelkeit oder ohne?“

Semenggoh Wildlife Centre: Hoffnung auf Orang-Utans

Nach unserem verregneten Tag samt kleinen Ausflug in die uns vertraute westliche Welt, wollten wir aber nun wirklich mehr vom ursprünglichen Borneo sehen und hofften auf Sonnenschein. Tatsächlich begrüßte uns am folgenden Tag ein fast blauer Himmel und wir buchten uns ein Grab,  dessen Fahrer uns zum Semenggoh Wildlife Centre brachte. Hier ist der Einlass immer nur zu bestimmten Uhrzeiten erlaubt, weshalb es doch etwas mehr Planung erforderte. Die Fahrt dorthin dauerte etwa 30 Minuten und davon fuhren wir etwa 20 Minuten auf Autobahnen und durch städtisch anmutende Gegenden. Erst zum Ende hin wurde es grüner und allmählich konnten wir uns vorstellen, dass es hier wirklich noch Regenwald gibt.

Als wir dann direkt auf dem Parkplatz vor dem Centre an einer Hauptstraße rausgelassen wurden, war uns ziemlich schnell klar, dass es hier wohl kaum noch von Regenwald die Rede sein kann, sondern eher vom kleinen Wäldchen. Der ganze Besuch war ein Witz. Nachdem wir mit den anderen etwa 20 Touristen aus aller Welt den Eintritt bezahlt hatten, spazierten wir zum Treffpunkt. Nur wir liefen, während die anderen sich mit einem busähnlichen Caddy die 15 Minuten Fußweg auf asphaltierter Straße durch den Park vorbei an der Baustelle für ein riesiges Hotel (?) kutschieren ließen. Tierschutz?

Ernüchterung vor Ort: Touristenfalle statt Naturerlebnis

Wir waren ja so naiv, dass wir meinten, dort bestimmt etwas auf verschiedensten der angebotenen Pfade spazieren zu können. Was für ein Trugschluss! Alle Pfade waren gesperrt und nichts war gepflegt. An der Fütterungsstation angekommen warteten dort schon die Besucher, mehr oder weniger laut miteinander artikulierend (vom Flüstern bis Geschrei war alles dabei). 

Warum wir keine Orang-Utans gesehen haben

Hier gab es dann eine kurze Einweisung des Rangers, wie gefährlich das ganze Unterfangen hier sei und das er sein Leben für uns riskierte, weil er uns bei vermeintlich Übergriffen der Tiere schützen würde…bla, bla, bla. Als dann nach 1 1/2 Stunden warten nichts zu sehen und bis auf die anfänglichen rufe der Ranger auch nichts zu hören war, wurden wir wieder Richtung Parkausgang gebeten. Tja, so sei es eben in der Fruchtsaison. Die Orang Utans seien satt und wir sollten uns doch für die Tiere freuen. Dass sie nicht erschienen war doch als positives Zeichen dafür zu werden, dass sie sich nun selbst versorgen könnten und ausreichend Futter haben. Für die zweiminütige Rückfahrt sollten wir dann noch 15€ zahlen. Da mussten wir nur lachen und stiefelten los.

Unser Fazit: Lohnt sich Semenggoh wirklich? Alternative: Orang-Utans in Sabah erleben

Auf gar keinen Fall sollte man in diese Touristenfalle tappen, denn mehr ist es leider nicht. Pauline ist ein paar Tage später noch nach Sabah geflogen und konnte dort während einer dreitägigen Dschungeltour wirkliches Wildlife mit frei lebenden Orang Utans erleben.

Wo waren unsere Stopps nochmal? Auf dieser Karte (FindPenguins) markieren wir unsere komplette Reiseroute 2025/2026 live, von Japan über Taiwan, Singapur, Malaysia, Indonesien, Australien, Neuseeland, Tahiti und ??? 

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