Schon 2 Tage später holten wir dann das traute Heim für die nächste Zeit ab und fuhren damit Richtung Norden. Nach einem kleinen Zwischenstopp erreichten wir das entspannte Küstenstädtchen Port Douglas am 4 Miles Beach und checkten im „Tropic Breeze“ ein. Der Name ist hier echt Programm und die Lage könnte besser nicht sein, sehr zentral und doch direkt neben dem fantastischen Strand. Dieses Gezwitscher (Kakadus, „Jammerliese“: unsere Kreation. Ratet mal warum!, Scharen von Rosenköpfchen, wilde Hühner, u.v.m.) und Gequake verschiedenster Arten von allen Seiten … spannend und wundervoll! Hätten wir nicht noch knapp 2800 km für die kommenden 4 Wochen vor uns, hätten wir hier glatt hängen bleiben können.


Doch wie die Überschrift vermuten lässt, hatten wir uns hier etwas vorgenommen. „Wenn wir schon mal hier sind und das vielleicht nur einmal in unserem Leben, dann müssen wir das doch machen!“ (Marcus) Ein leider beinahe wahrer Satz, der uns in diesen Wochen beinahe täglich zu Entscheidungen durchringen lässt. Beinahe? Mittlerweile glaube ich schon nicht mehr, dass wir einmalig in Australien gewesen sein werden. Es ist einfach zu umwerfend und es ist sooo riesig!


Tauchen am Great Barrier Reef? ✅
Tauchen am Great Barrier Reef (GBR) stand also auf dem Programm und weil aktuell starker Wind mit noch heftigeren Böen aus Nord/ Nordwest angesagt war, musste mich Marcus doch ziemlich überreden, überhaupt einen Fuß auf einen großen Katamaran zu setzen. An die drei bevorstehenden Tauchgänge auf dem offenen Meer und die Quallengefahr (Stinger Saison!) dachte ich noch gar nicht. Immer schön eine gedankliche Hürde nach der anderen… .
Nachdem mein lebenshungriger Mann also für satte 500€ einen Tagestrip für uns gebucht hatte, saß ich in der Falle. Bitte nicht falsch verstehen, ich hatte mein „Ok!“ dafür gegeben, etwas zu organisieren, wollte selbst aber keine Beratung mit diversen Risiken ertragen, welche mein Kopfkino nur verstärken würden. „Yeah!“ fühlte ich nur in diesem Moment der Offenbarung und ging direkt in die nächste Apotheke Und kaufte mir nach einer sehr lieben Beratung ein paar pflanzliche Pillen (Passionsblume) gegen Panikattacken oder besser: zur Beruhigung der Nerven. Mit unseren Flugdrogen (Lorazepam) kam ich ja nicht weiter, da ich ja auch noch tauchen „musste“, ups, tauchen wollte natürlich. Wie auch immer, ich schluckte so viele wie mir die Packungsbeilage erlaubte und schon am nächsten Morgen um 8:00 Uhr stand ich an Board und schnackte kurz mit dem sehr empathischen Kapitän. Der Ozean sei heute nur etwas „bumpy“ und der Tag würde wunderschön. Na hoffentlich!



The first man on board sollte recht behalten. Der Katamaran schoss relativ entspannt über die Wellen und nach 90 Minuten erreichten wir das Riff. Die Fahrt war dank der Pillen und diverser Formalitäten für Tauchende (Dokumente/Einweisungen) recht zügig vorbei und mit 1- 2 letzten Hinweisen schubste uns unser lieber dive instructor Jason schon zur Absprungkante des Bootes. Noch ein letzter Tipp, wie man eigentlich vorwärts in kompletter Tauchausrüstung ins offene wellige Meer springt und schon atmete ich unter Wasser und zog mich am Seil langsam hinab. Das Gute daran ist, je tiefer man hinabtaucht, desto weniger stark sind die Wellen und auch die lebensgefährlichen Würfelquallen und Seewespen befinden sich hauptsächlich im warmen Wasser der Oberfläche. Dementsprechend hoch war meine Motivation, zügig zu sinken und es klappte sehr gut. Puh!



In einer wunderbar kühlen Tiefe von 16 Metern tauchten wir dann an steilen Felswänden bewachsen mit einer wunderbaren Korallenviefalt entlang. Das war sehr beeindruckend und wir entdeckten auf unseren Tauchgängen neben einer haushohen Koralle auch 2 Riffhaie, 2 Schildkröten, farbenfrohe Riesenmuscheln (ocean giant`s clams), Meeresschnecken und verschiedenste Fische unterschiedlichster Formen, Farben und Größe. Besonders war hier aber nicht unbedingt die Artenvielfalt am GBR, denn dies hatten wir auf den Gili Islands schon intensiver erlebt.



Einmalig fanden wir hier tatsächlich die Landschaft unter Wasser. Wir tauchten an steil aufragenden hohen Felswänden entlang, die vollständig besiedelt waren und durch ebenso belebte Schluchten. Stets waren wir gespannt, was sich wohl hinter der nächsten Ecke verbarg. Wie im Flug vergingen die drei etwa 45 minütigen Tauchgänge und diese intensiven Eindrücke bleiben hoffentlich für immer. Vollgepumpt mit Adrenalin und wunderschönen Bildern der Unterwasserwelt am Great Barrier Riff genoss ich die Rückfahrt nun ohne Pille, stattdessen im Gespräch mit unserer kleinen Tauchgruppe, Sonne im Gesicht und herrlich kühler Meeresbrise auf der Haut. Der Kapitän hatte recht: Es war ein wunderschöner Tag!



Der Daintree Rainforest
Im grünen Nordosten von Australiens gibt es neben dem GBR noch viel mehr zu entdecken. Nach einer kurzen Fahrt von Port Douglas aus ins Hinterland erreichten wir den Parkeingang zum Daintree National Park mit dem weltweit ältesten Regenwald, dem Daintree Rainforest, der sich weit in den Norden und bis zur Küste zieht. Dort erlebten wir die grüne, majestätische Vielfalt des wunderschönen Weltnaturerbes und kühlten uns nach der Wanderung im Mossman River umgeben von Granitfelsen und uralter Vegetation ab. Unwirklich irgendwie…




Das Baden ist hier auf eigene Gefahr erlaubt, aber auf Grund starker Strömungen nicht ganz risikofrei. Es war nicht sehr vertrauenserweckend, dass gerade bei unserer Ankunft ein Krankenwagen neben uns hielt, weil eine junge Frau wohl in die Strömungen geraten war. Zum Glück kam sie wohl mit einem Schrecken davon und wir gingen dafür später mit mehr Vorsicht ins herrlich klare Wasser. Ein Abstecher in den wunderschönen Nationalpark an der australischen Ostküste ist definitiv zu empfehlen.



Wo waren unsere Stopps nochmal? Auf dieser Karte (FindPenguins) markieren wir unsere komplette Reiseroute 2025/2026 live, von Japan über Taiwan, Singapur, Malaysia, Indonesien, Australien, Neuseeland, Französisch Polynesien und den USA.
Hat dir unser Reisetagebuch gefallen? Wir freuen uns über ein ⭐️ Like oder deine Gedanken, Anregungen und Fragen in den Kommentaren!
