Aktuell sitze ich mit Marcus und Pauline in einem Café in Kuching im malaysischen Teil Borneos und möchte unser Reisetagebuch füllen. Tja, ist nicht ganz einfach, denn nachdem ich eben meinen Eintrag über Taiwan nochmals durchgelesen habe und wir seit 3 Wochen in Malaysia unterwegs sind, fällt mir immer nur ein: Was für ein tolles Land! Gerne wieder! Wundervoll! Hinkt der Vergleich, weil hier im Nachbarland Malaysia alles äußerst islamisch geprägt ist und ich mich als Frau oder wir uns als Paar in den anderen asiatischen Staaten bisher so viel freier fühlen konnten?
Vorab hatte ich schon mit anderen Personen über diesen kleinen modernen Staat Singapur gesprochen und viel über Verbotsschilder, Monotonie im Stadtbild oder überteuerte Preise gehört. Wir waren 1 Woche dort und mir schießen stattdessen sofort folgende Adjektive in den Kopf: kosmopolitisch, bunt, abwechslungsreich, energiegeladen, sauber, leicht



Kosmopolitisch – Vielfalt auf kleinstem Raum
Singapur hat das kleinste Staatsgebiet Südostasiens. Mit sechs Millionen Einwohnern ist es der bevölkerungsreichste Zwergstaat der Erde. Im multiethnischem Singapur leben viele Nationalitäten, doch die drei größten Bevölkerungsgruppen sind hier die Chinesen (74 %), Malaien (13,5 %) und Inder (9 %). Die Amtssprachen sind zwar Malaiisch, Mandarin, Tamil und Englisch, aber am häufigsten gesprochen wird Englisch (fast 100 % der Bevölkerung), da dies die Verkehrssprache ist, gefolgt von Mandarin (etwa 75 %), weil die meisten Einwohner Chinesen sind. Unterwegs hörten wir oft bei Kindern und Jugendlichen einen Mix aus verschiedensten Sprachen, ein wenig wie asiatisch/ englisches Esperanto: „Asiaranto“ oder „Engiatisch“ 😉 (Lag auf der Hand 😂).



Bunt – Architektur und kulturelle Mischung
Neben der Diversität auf Grund unterschiedlichster Nationalitäten, Religionen und Kulturen, die hier friedlich miteinander koexistieren ohne offensichtlich einander einzuschränken, gibt es hier auch ein buntes Allerlei architektonischer Art. Läuft man durch Singapur, sieht zumindest im Stadtzentrum kaum ein Gebäude aus wie ein anderes. Oft kommt man sich vor wie in einem live Contest der Architektur. Kaum ein Gebäude gleicht dem anderen. Obwohl der Staat noch sehr jung ist, scheinen viele Gebäude selbst unterschiedlichen Epochen entsprungen und der Reiz läge gerade darin, hier selbst die verrücktesten Visionen umzusetzen. Nicht alles mag schön sein, aber die Gesamtheit macht dieses Stadtbild so einzigartig. Hinzu kommt das unterirdische Tunnelsystem, ein Labyrinth von Fußgängerzonen, welches einem ermöglicht bei Regen unterhalb der nassen Straßen von A nach B zu gelangen. Innerhalb dieses Labyrinths reiht sich dicht an dicht ein Geschäft oder gar eine ganz Mall an die nächste und wenn man wollte, könnte man einen ganzen Tag unterirdisch durch Singapur streifen, ohne das Tageslicht zu sehen. Irre!






Abwechslungsreich – Natur und Stadt im Einklang
Eigentlich habe ich ja bisher schon einiges an Abwechslungsreichtum beschrieben, aber es gibt natürlich noch mehr. Singapur ist nicht nur Großstatdt, sondern bietet neben seinen vielen wunderschönen innerstädtisch angelegten Parks und Gärten auch ganze Nationalparks außerhalb des Zentrums, die ganz unkompliziert und unerhört günstig mit den Öffis erreichbar sind. Wir sind bspw. je einen Tag durch das gesamte Gebiet rund um den Bukit Timah Nationalpark oder den Windsor Nature Park gewandert und haben einen Tag auf der Insel Ubin (Pulau Ubin) verbracht. Besonders auf der Insel und schon auf dem Weg dorthin bekommt man einen Einblick in das Singapur fernab von Banken, Hotels und hochpreisigen Designerläden. Es ist einfach wie vielerorts, je weiter man hinausfährt, desto entspannter werden die Preise, vor allem für Obst und Gemüse. Während unserer Ausflüge in die Natur waren wir positiv von der Vielfältigkeit der Pflanzen- und Tierwelt überrascht. Selbst in einem immer weiter wachsenden Stadtstaat wie Singapur gibt es erstaunlich viel „wilde“ Natur mit dazu passender Flora und Fauna und vor allem auch der Ruhe, um alles wirklich zu genießen. Herrlich!















Energiegeladen – Leben rund um die Uhr
Wenn man möchte, ist immer irgendwo irgendetwas los, ob tagsüber oder nachts, überirdisch an der Marina Bay oder eben unterirdisch im Tunnelsystem. Wir hatten das Gefühl, dass sich das Leben draußen abspielt, auch das der Jugend. Abends trafen sich die Jugendlichen z.B. in den Fußgängerunterführungen und übten Tänze (HipHop), skateten, sangen oder quatschten einfach nur. Am Wochenende, wenn es regnete, kamen auch noch viele Familien hinzu und genossen auf Decken quasi unterirdisch ihr Picknick.
Überirdisch sahen wir abends nach Feierabend an der Marina Bay mehrere Sportgruppen, die unter freiem Himmel Fitnesskurse wie Yoga und Yazzdance absolvierten oder gemeinsam um die Bay joggten.






Sauber – Ordnung und Verantwortung im Alltag
Singapur hat uns diesbezüglich sehr an Japan erinnert. Es wird zwar viel Plastik ausgegeben, obwohl wir das in der Stadt, bekannt für ihre Nachhaltigkeit, doch anders erwartet hätten. Nichtsdestotrotz nimmt man hier aber auch seinen Müll mit und lässt ihn nicht herumliegen. Dies war tatsächlich überall so, außer leider auf Pulau Ubin. Da scheinen die Regeln nur bis zum Bootsanleger zu gelten;).



Leicht – entspanntes Reisen und hohe Sicherheit
Als Touristen fühlten wir uns hier jederzeit sicher und sehr gut aufgehoben. Es gibt keine Verständigungsprobleme (auf dem Festland;)), man kommt unkompliziert von A nach B, findet überall Toiletten 😉 und kann auch als Frau leichtbekleidet sicher durch die Nationalparks joggen. Wenn man also ein asiatisches Land sucht, in dem es sich ein wenig vom Trubel manch anderer asiatischer Staaten erholen lässt, dann ist Singapur eine absolute Empfehlung!



Wo waren unsere Stopps nochmal? Auf dieser Karte (FindPenguins) markieren wir unsere komplette Reiseroute 2025/2026 live, von Japan über Taiwan, Singapur, Malaysia, Indonesien, Australien, Neuseeland, Tahiti und ???
