Kenting – Schildkröten, Schlangen und Drachenfrüchte
Kenting – Schildkröten, Schlangen und Drachenfrüchte

Kenting – Schildkröten, Schlangen und Drachenfrüchte

Schildkröten, Schlangen und liebe Begegnungen

Nach einer Woche im Alishan-Gebirge hatten wir richtig Lust auf Strand und Meer. Da wir zwischendurch auch unser kaputtes Auto tauschen konnten, lockte uns der etwas weiter entfernte südlichste Zipfel Taiwans mit seinen Sandstränden. Tatsächlich entdeckten wir hier bei einer kleinen Erkundungstour in einem kleinen Fischerdörfchen am unscheinbaren Häfchen große Meeresschildkröten. Das war überraschend und so besonders zugleich. Überraschend, weil wir uns eigentlich nur mal eben kurz das Meer ansehen wollten und überhaupt nicht damit rechneten, Riesenschildkröten im Hafenbecken beim Schwimmen zuzusehen. Besonders war dieser Moment, weil wir sie ganz in Ruhe und allein beobachten konnten. Bis auf zwei Angler waren wir anfangs ganz allein. Erst später gesellten sich drei ebenso überraschte Radreisende zu uns. Die Schildkröten knabberten den Bewuchs an den Steinen im Hafenbecken ab und tauchten direkt unter uns immer wieder auf. Sie ließen sich überhaupt nicht von unseren kindlich begeisterten „Ahhhs“ und „Ohhhs“ stören. Als wir uns endlich lösen konnten und ein paar Kilometer weiter zum südlichsten Zipfel Taiwans spazierten, hatten wir die zweite überraschende Begegnung des Tages. Genau vor tauchte  eine imposante Schlange aus dem Gebüsch auf, die schwarz-gelbe China Kobra. Diese schlängelte sich etwa 6 Meter vor uns über die Straße. Oha, das ließ uns mal kurz den Atem anhalten. In solchen Momenten bin ich ja immer ganz hin- und hergerissen zwischen wegrennen und Kamera draufhalten. Am Ende siegte bisher ja meistens die Kamera 😉.

Wind, Wellen und ein unverhofftes Lieblingsrestaurant

Zu guter Letzt fuhren wir an diesem Tag noch etwas die Ostküste entlang. Dort sah das Ufer schon recht steil und wild aus. Leider konnten wir dort nicht wirklich entlanglaufen, weil es extrem windig war. Um ein Haar wären wir weggeflogen! Später entdeckten wir noch völlig vom Wind zerzaust ein mini kleines Restaurant, ein 1-Frau-Betrieb sozusagen. Die Inhaberin war unbeschreiblich nett und das Essen sehr lecker. Die Atmosphäre gefiel uns so gut, dass wir dort natürlich nochmal vorbeigeschaut haben. Ein wenig war das schon so unser Ritual: Wir gingen in Taiwan irgendwo essen, tasteten uns quasi erstmal heran. Haben wir das Essen gut vertragen, war das sozusagen unser Marker für einen weiteren Besuch. So hielten wir es auch in den kommenden asiatischen Ländern. Kleiner Spoiler: Wir waren nicht überall zweimal.

Aufregung im Kenting Nationalpark

Rund um Kenting gibt es viel zu sehen, also waren wir trotz der Hitze täglich unterwegs. Immerhin wehte ja ein kräftiges Lüftchen, was immerhin für ein wenig Abkühlung sorgte. Toll fanden wir beispielsweise den Kenting Nationalpark. Leider fiel unser Besuchstag zwar mit dem einer Schule (etwa 150 Achtklässler) zusammen, die mit Musikboxen völlig aufgeregt im Park umherrannten und versuchten die Aufgaben ihrer Rallye zu lösen. Als Lehrerin im Sabbat wusste ich nicht so recht, ob ich das witzig oder anstrengend finden sollte. Ich entschied mich für witzig und hatte dann einen wirklich guten Tag, frei von jeglicher Verantwortung. Neben einiger Affen sah ich noch eine wirklich große und äußerst ekelhafte, leider verdammt schnelle Spinne. Dies wäre gar nicht so dramatisch gewesen, wenn Marcus mich nicht gerade beinahe gegen meinen Willen durch eine Höhle gejagt hätte. Diese war zwar sehr gut beleuchtet, aber an mancher Stelle wirklich sehr flach oder eng. Gerade an solch einer schmalen Stelle, also dort, wo nicht wirklich an eine Flucht meinerseits zu denken war und ich gebückt gehen musste, kam eine Spinne hinterm Stein hervor. sie war so groß wie meine Hand und wusste vorlauter Panik selbst nicht, wohin sie rennen sollte. Na toll, sie kam dann also direkt auf mich zu, rannte im ZickZack und verschwand wieder. Genauso machte ich es auch. Ich verfiel in Panik, hüpfte von rechts nach links, weil mir der Platz für ZickZack fehlte und stürmte im Laufschritt vorwärts aus der Höhle, wo ich mich erstmal wie ein Hund schütteln musste. Nur fürs Protokoll: Ich mag keine Höhlen und keine großen Spinnen. Beides zusammen ist schon mehr als herausfordernd! 

Schnorcheln in Kenting?

Kenting hat natürlich viele Strände und wir konnten jeden Tag abends einen wunderschönen Sonnenuntergang mit anderen Reisenden fast vor unserer Tür bewundern. Dieser wurde jeden Abend von den Riesenschildkröten begleitet, die immer mal wieder ihren Kopf in Ufernähe aus dem Wasser strecken, um zu atmen. Gern wären wir einer der Schildkröten beim Schnorcheln begegnet, aber dies war nicht überall erlaubt. Erst am letzten Tag entdeckten wir einen tollen Schnorchelspot, gleich gegenüber einer kleinen ehemaligen Kakaoplantage. Ob wir hier wohl mit den Schildkröten tauchen könnten? Wir wollten es am darauffolgenden Tag herausfinden und machten dort noch einen kleinen Zwischenstopp auf dem Weg Richtung Taroko-Schlucht. Das Schnorcheln selbst war dann auch super und wir haben viel entdeckt, allerdings keine Schildkröten. Dies war im Nachhinein aber gar nicht schlimm, denn beim Tauchen in Indonesien sollten wir mehr als genug von ihnen zu Gesicht bekommen. 

Schönster Strand

Schnorchelplatz

Bettwanzen, Drachenfrüchte und andere Überraschungen

Leider hatten unsere Abenteuer in Kenting auch ihren Preis: rund 60 Bettwanzenbisse zierten für 2 Wochen meine Beine und juckten wie verrückt. Dabei war unser Hotel wirklich schön, so dass wir unsere Zeit dort sogar um eine Woche verlängerten. Leider, bevor wir die Wanzen entdeckten, äh spürten. Zum Glück gab’s ein wenig Trost. Zum chinesischen Frühstück gab es jeden Morgen frische pinkfarbene Drachenfrüchte vom Hausherren persönlich gepflückt. Fortan wurde dies unsere typische Frucht für Taiwan. Lecker!

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