Lohnt sich der Bako Nationalpark? Nasenaffen hautnah auf Borneo erleben
Lohnt sich der Bako Nationalpark? Nasenaffen hautnah auf Borneo erleben

Lohnt sich der Bako Nationalpark? Nasenaffen hautnah auf Borneo erleben

Warum wir den Bako Nationalpark besucht haben

Auf Borneo gibt es neben den endemischen Orang-Utans noch Nasenaffen sowie bspw. Silber-Languren. Besonders die Nasenaffen hatten es mir angetan und ich wollte sie unbedingt einmal in ihrer natürlichen Umgebung erleben. Leider schrumpfte auch ihr Lebensraum schon allein in den Jahren 2005-2015 durch die Abholzung des Regenwaldes um 30%, weshalb die Population der Nasenaffen ebenfalls drastisch zurückging bzw. noch immer geht. Dafür planten wir einen Tagesausflug in den Bako Nationalpark, den ältesten Nationalpark Sarawaks auf Borneo, der nur mit einem Boot erreichbar ist. 

Auf zur Expedition Nasenaffen

Nicht einmal 30 Kilometer nördlich von Kuching auf einer Halbinsel gelegen, befindet sich der rund 27 Quadratkilometer große Nationalpark. Somit ist dies der kleinste Nationalpark Sarawaks. Bereits 1957 wurde er schon als Schutzgebiet ausgewiesen und soll nun, trotz seiner geringen Größe, eine erstaunliche Vielfalt bieten (Nasenaffen, Makaken, Silber- Languren, Schlangen, Bartschweine, Warane, 150 (!) verschiedene Vogelarten, …). Wir waren gespannt. 

Anreise zum Bako Nationalpark – nur per Boot erreichbar

Ein Fahrer brachte uns frühmorgens zum Bootsanleger im Bako- Dorf. Dort bezahlten wir die Überfahrt (= inkl. Eintritt) und fuhren sofort los. In dem Fluss leben Krokodile. Füße und Hände solltest du also besser nicht ins Wasser halten…

Die ersten Minuten fuhren wir durch das Dorf auf auf recht stillem Gewässer flussabwärts. Aber schon nach etwa 5-10 Minuten wartete die „offene See“ und hier wurde es deutlich holpriger, so dass wir etwas nass wurden. Nebst Höhlen ist ja auch das offene Meer für mich eher herausfordernd, aber so ist es nun mal. Wenn man die Welt entdecken möchte, muss man manchmal seine Ängste überwinden. Also hoffte ich ganz dolle, dass alles gut wird und klammerte mich dabei an unsere erwachsene Tochter, die mit Marcus dieses auf und ab im Wellengang sichtlich genoss. Während wir in der Nussschale an den tollen Mangroven, dichtem Regenwald und einer wunderschönen Küstenlandschaft vorbeihopsten, überlegte ich hingegen nur, ob das Ufer dicht genug war, um es im Notfall schwimmend zu erreichen. Selbst wenn, war dieser Gedanke nicht ganz so beruhigend, da es dort im Flussgebiet auch Krokodile gibt.

Ankunft und Trails im Bako Nationalpark 

Dank der rasanten Fahrt 😳 erreichten wir den unscheinbaren Eingang bereits nach 25 Minuten. Der Park war ziemlich leer und ab dort ist es eigentlich ganz einfach, sich autonom zu bewegen: Trail linksherum oder rechtsherum. Wir gingen nach rechts zum HQ und verschafften uns einen kurzen Überblick. Schon auf dem Weg dorthin entdeckten wir ein schlafendes Gleithörnchen oben im Baum. Ich wusste gar nicht, dass sie so groß sind. Das war ja ein perfekter Start! Gleich im Anschluss rief uns ein älterer Ranger zu sich und zeigte uns die ersten Silber-Languren am Strand. Es war eine große Familie und sie waren so witzig. Ein paar junge Männchen stritten sich spielerisch, andere Tiere lausten sich gegenseitig oder lagen nur im Schatten der Mangroven und schliefen. Besonders süß war ein ganz kleines Baby. Diese sind im Gegensatz zu den anderen Tieren knallorange und stechen so farblich sehr heraus. Dieses Äffchen kletterte an seiner Mutter herum und ließ sich dann gemütlich an ihr hängend über den Strand tragen. Ein wenig erinnerte uns daran, wie wir unsere Töchter im Tragetuch und später im Manduka durch die Welt trugen. Sehr niedlich!

Auf der Suche nach Nasenaffen im Regenwald

Nachdem wir uns mit unseren Wanderplänen im HQ in ein Buch eingetragen hatten, machten wir uns nun auf die Suche nach Nasenaffen. Diese sollten sich in Gewässernähe, Mangroven und natürlich hoch oben in den Bäumen aufhalten. Na toll! Das konnte ja überall sein. Wir wanderten zuerst den Delima Trail entlang, der einen schmalen Pfad durch dichtes grün und über manchmal matschige Wege und Holzleitern nach oben auf einen Felsen führt. Hier begegneten wir gleich zu Beginn ein paar scheuen Bartschweinen und hatten später von oben eine herrliche Sicht auf den Park, aber Nasenaffen konnten wir hier nicht entdecken. Also ging es wieder hinab und wir spazierten eher auf dem neu ausgebauten schönem Weg zum Bukit Keruning (Bukit= Hügel) bis zur Teluk Sibur (Teluk=Bucht). Unterwegs sahen wir tolle Bäume und so manche Vögel, aber schon wieder keine Nasenaffen. Naja, der Weg war schön und schattig. Dies war an einem heißen Tag wie diesem viel Wert 😉.

Endlich Nasenaffen: Unsere Begegnung im Dschungel

In der Bucht staunten wir über die Gerippe alter Mangroven, welche dem gesamten Strand irgendwie ein gespenstisches Bild verliehen. Es war gerade Ebbe , so dass wir auch am Strand um die Felsen herumgehen und uns die irren Formationen anschauen konnten. Auf dem Rückweg blickte Marcus hinter einen Fels und starrte direkt auf ein großes ausgewachsenen Nasenaffen-Männchen. Dieser saß knapp 10 Meter vor ihm fast auf Augenhöhe und wollte scheinbar nur etwas die Ruhe genießen. Als er meinen aufgeregten Mann erblickte war ihm das scheinbar zu viel und ich konnte von ihm nur noch den orangen Hintern sehen. Aber nun wussten wir, worauf wir achten mussten. Denn überall raschelte es plötzlich hoch oben über uns in den Baumkronen. Und tatsächlich…wir entdeckten 2 weitere Nasenaffen. Wie hoch die in den Bäumen sitzen und die Früchte futtern! Wie groß sie sind! Ein ausgewachsenes Männchen kann bis zu 150cm groß und bis zu 24kg schwer werden. Überglücklich beobachteten wir drei sie so lange, dass wir schon einen ganz steifen Nacken bekamen. Da beschlossen wir dann weiterzuziehen, zumal wir ja auch zu einer bestimmten Zeit wieder am Bootssteg sein mussten. 

Wir Glückspilze!

Unsere letzte kleine Runde im Bako NP liefen wir dann noch auf dem Holzsteg (linksherum vom Anleger aus). Dieser führt direkt über dem Ufer zu einem Wasserfällchen und bietet freie Sicht auf das Meer. Somit kühlt einen hin und wieder eine leichte Meeresbrise. Der Steg endete an einem kleinen Teich neben dem Wasserfall, umgeben von Mangroven. Ich freute mich gerade über die Mangroven und wäre fast gegen einen Nasenaffen gelaufen. Dieses entspannte Männchen saß direkt vor mir auf einem Ast, so etwa 2 Meter entfernt. Oha, da war die Freude deutlich größer als der Schreck, zumindest auf meiner Seite. Das Männchen stand langsam auf, drehte sich um, schlenderte gemächlich zum Ende des Astes und verschwand dann im Dickicht der Mangroven. Von Angesicht zu Angesicht mit einem frei lebenden Nasenaffen. Sie haben solch dünne lange Finger, Arme, Beine und Füße! Und diese besondere Nase! Wow, war das irre! Marcus hat ihn noch kurz am Strand besucht und ein paar Fotos geschossen. Tatsächlich saß der Nasenaffen entspannt am Strand und schien die frische Meeresluft zu genießen. 

Lohnt sich der Bako Nationalpark? Unser Fazit

Später mussten wir uns im HQ wieder austragen und erfuhren, dass einige der wenigen Besucher im Park nicht einen einzigen Nasenaffen gesehen hatten. Das tat uns sehr leid und uns wurde noch viel bewusster, was für Glückspilze wir waren. Als uns dann der Bootsführer abholte, war ich so überglücklich. Es gelang mir sogar die holprige Fahrt zu genießen, an der Küste des Bako NPs entlang und durch die Mangroven. Ich wollte nochmal jeden der schönen Momente in meinem Kopf speichern, um dann nach unserem Sabbatjahr all diese unvergesslichen Erlebnisse zu erinnern.

Wo waren unsere Stopps nochmal? Auf dieser Karte (FindPenguins) markieren wir unsere komplette Reiseroute 2025/2026 live, von Japan über Taiwan, Singapur, Malaysia, Indonesien, Australien, Neuseeland, Tahiti und ??? 

Kommentar verfassen