Wie gefährlich ist der Kasuar wirklich? Unsere Begegnung mit Australiens gefährlichstem Vogel
Wie gefährlich ist der Kasuar wirklich? Unsere Begegnung mit Australiens gefährlichstem Vogel

Wie gefährlich ist der Kasuar wirklich? Unsere Begegnung mit Australiens gefährlichstem Vogel

Auch wenn uns Port Douglas so sehr gefallen hat, mussten wir doch nun endlich in die entgegengesetzte Richtung aufbrechen. Immerhin hatten wir noch 2800 km bis Sidney vor uns und damit einen Großteil des Sunshine-Staates zu entdecken. Wir waren nun schon 6 Tage in Australien und wollten endlich wissen, ob es hier nun wirklich Kängurus wie Sand am Meer bzw. wie Rehe in Deutschland und auch Koalas oder (Helm)Kasuare gibt. Nicht, dass es sich so wie mit den Elchen in Schweden verhält. Man fährt Tausende Kilometer und die einzigen Elche die man sieht, sind jene auf den Schildern am Straßenrand. 

Aug in Aug mit Kasuaren

Nur 100 km südlich von Cairns befindet sich die Etty Bay (Etty Bucht) und diversen Reistipps zufolge, könnten wir an dieser mit etwas Glück die sagenumwobenen Kasuare entdecken. 

Helmkasuare sind die viertgrößte heute noch lebende Vogelart weltweit und können bis zu 1,70 m groß und 70 kg schwer werden. Tatsächlich sind die Weibchen hier wohl größer als die Männchen. Helmkasuare haben dolchartige scharfe Krallen, von denen die mittlere Kralle der dreizehigen Füße bis 12 cm Länge erreichen kann. Es gibt wirklich dokumentierte Todesfälle, die auf die Verletzungen durch Helmkasuare zurückzuführen sind, allerdings liegt diesen wohl eher menschliches Fehlverhalten zugrunde. Dieser bunte, laufende Vogel kann mit einer max. Geschwindigkeit bis zu 50km/h richtig schnell werden, zudem bis 1,50m hoch springen oder gar schwimmen. Fliegen kann er nicht. 

Wir hofften also, am Strand der Etty Bay bzw. im umliegenden Regenwald einen dieser Riesenvögel zu entdecken. Am Strand angekommen bestaunten wir zuerst die schöne Umgebung: toller Sandstrand, ein paar Felsen, türkisfarbenes Meer und angrenzender Regenwald. All das mal wieder australian like in sehr entspannter Atmosphäre (5-10 camp sites, BBQ- Elektrogrill direkt am Strand (kostenlos von der Community bereitgestellt), kleiner Imbis, Life guard und Schwimmnetz für die max. 10 Menschen am Strand). 

Unserem nicht allzu hitzeauglichem Rhythmus treu bleibend kamen wir gegen Mittag an. Natürlich war uns bewusst, dass wir bei 34°Grad im Schatten  vermutlich keinen Kasuar mehr am Strand spazierend antreffen würden, aber wir wollten doch sooo gern. Also machten wir uns auf die Suche nach den Kasuaren und quälten wir uns erstmal links entlang, kamen aber schweißgebadet nach 15 Minuten wieder mittig an. „Wir ziehen es durch!“ war unsere Devise, auch weil wir keine Lust auf einen weiteren Kasuar-Stop am nächsten Strand hatten. Deshalb ging es nun noch auf zur rechten Seite des Strandes.

Schon nach 2 Minuten konnten wir nicht mehr und gaben auf. Hitze auf dem Kopf, an den Füßen (Barfuß? Keine Chance!), kaum ein Lüftchen…wir wichen in den Schatten aus und verkrümelten uns quasi in die 2. Reihe, dorthin, wo Regenwald auf Strand trifft.

„Hier wäre es doch auch toll für Kasuare, oder?“
„Ja, klar, warum sollten die sich denn in der Sonne aufhalten.“ 
„Stimmt! Guck mal da, hinter dir läuft einer.“ 

Was sich wie ein Witz anhört war wirklich wahr. Direkt hinter Marcus kam ein großes, ausgewachsenes Weibchen aus dem Gestrüpp. Oh mein Gott, Aug in Aug mit einem Kasuar! Von meiner eigenen Wahrheit überrumpelt, zog ich mich panisch ein paar Meter zurück und flüsterte Marcus noch schnell zu, selbiges zu tun. Ich erinnere nur an die messerscharfen Krallen! Mein liebster Tierfotograf jedoch war tiefenentspannt und begleitete glücklich fotografierend in sicherem Abstand den Vogel, bis dieser hinter einem parkendem Auto verschwand und sich über eine Jackfrucht hermachte.

Ich hingegen machte strandwegs einen übertriebenen Riesenbogen und stieß an besagter Stelle ganz leise zu ihnen. Der Kasuar ließ sich überhaupt nicht stören, war ganz und gar nicht aggressiv. 

Als wir etwa eine halbe Stunde später glücklich mit etwa 1 Mio geschossenen Fotos und klatschnass weiterfuhren und unser Glück kaum fassen konnten, tauchte einfach so neben uns am Straßenrand ein Kasuar-Männchen mit seinem Küken auf. Eben noch in der Wildnis am Strand vermutet, dann ganz menschlich Schatten genießend am Waldrand entdeckt, spazierte hier nun entgegen aller Vermutungen ein Helmkasuar mit Nachwuchs entspannt die Straße entlang und verschwand dann auf dem Feld einer Farm. So falsch kann man liegen…

Ach ja, auf eben diesem Feld entdeckten wir auch unsere ersten Kängurus in Australien, einfach grasend in einem Vorgarten. Wer hätte das gedacht?!

Wo waren unsere Stopps nochmal? Auf dieser Karte (FindPenguins) markieren wir unsere komplette Reiseroute 2025/2026 live, von Japan über Taiwan, Singapur, Malaysia, Indonesien, Australien, Neuseeland, Französisch Polynesien und den USA. 

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