Ankunft auf Tahiti: Willkommen im Nirgendwo des Pazifiks
Ankunft auf Tahiti: Willkommen im Nirgendwo des Pazifiks

Ankunft auf Tahiti: Willkommen im Nirgendwo des Pazifiks

Schaut man auf eine Weltkarte, lag unser nächstes Ziel eigentlich kaum bis gar nicht sichtbar inmitten des Pazifiks, irgendwo zwischen Neuseeland und den USA. Deshalb war es etwas komisch, als der Flieger nachts zur Landung ansetzte und quasi zwischen plötzlich aus dem Meer auftauchenden Lichtern den Flughafen Tahitis erreichte. Trotz der späten Stunde wurden wir sehr traditionell von einer einheimischen Band empfangen und fühlten schon einen ersten Schub Inselchillness. 

Glücklicherweise ist 1:30 Uhr eine typische Ankunftszeit in Polynesien und wir fanden recht zügig eine nette Taxifahrerin, die uns für Fantastilliarden in unsere erste Unterkunft brachte. Leider ist der ÖPNV auf den polynesischen Inseln zwar vorhanden, aber folgt nicht den spärlich vorhandenen Fahrplänen. Uber, Grab oder so gibts nicht wirklich und die einzige Möglichkeit sich ohne teures Mietauto (sehr klein und sehr einfache Austattung = 90 €/ Tag) über die Insel zu bewegen ist das Taxi oder ein etwas günstigeres Miet-Fahrrad bzw. Roller. 

Inselparadies? Wir mussten das Inselfeeling erst einmal suchen

Müde und happy zugleich folgten wir den Anweisungen der Vermieter und fanden zügig unser kleines zugestelltes Zimmer in ihrem vor Kitsch explodierendem Häuschen. Für zwei Nächte sollte es reichen, also schliefen wir erstmal aus und lernten am Morgen gleich die Dame des Hauses kennen. Unerwartet bekamen wir sogar ein kleines Frühstück und begutachteten dabei entspannt die wilde Einrichtung. Jeder Zentimeter schien vollgestellt mit Souvenirs, Muscheln, Federn, Kostümen für traditionelle Tänze, Unmengen von Krimskrams und alles, auch in der Küche, in 100facher Ausführung…Wahnsinn! 

Als wir für eine kleine Stadterkundung Papeetes die gesicherte Hütte verließen, wurde uns auch klar, dass die wohl nicht das beste Viertel der Stadt ist: laute Ballermannmusik aus großen Boxen (Welcher Nachbar hat die größte?), Kampfhunde neben auf der Straße chillenden Besitzern ( Wer hat den gefährlichsten?), während diese Bingo-spielend Pfeife rauchten und Achtjährige mit Mopeds die Straßen rauf- und runtersausten, verbunden durch engste schmutzige Gassen zwischen dunklen, teils zerfallenen Gemäuern. Wir fühlten uns aber keineswegs bedroht, denn alle begrüßten uns sehr nett und neugierig a la Polynésie française mit „La ora na“ und winkten uns zu. Trotzdem fanden wir es schon schön, sehr authentisch und die grün bewachsenen, steil aufragenden Bergen im Hintergrund erinnerten uns sofort wieder an Réunion, eine unserer Lieblingsinseln aus dem 1. Sabbatjahr.

Papeete, Prinzenrolle und polynesische Tanzträume

Papeete selbst hat uns aber insgesamt nicht so recht überzeugt, weil es einfach laut und voll ist. Geschockt waren wir ziemlich schnell von den Preisen Tahitis: Prinzenrolle bspw. 6 €, Gemüse unbezahlbar und Joghurt jenseits von Gut und Böse und dabei hatte Marcus doch solchen Appetit 😉.

Wir erkundeten also tagsüber bei sengender Hitze die Hauptstadt mit ihrem übertouristischem Marché de Papeete, genossen unser erstes leckeres red tuna-Baguette bei Vini und flanierten die eher laute und überteuerte Einkaufsmeile am Hafen entlang. Als wir abends plötzlich lautes Trommeln hörten, entdeckten wir in einem Hinterhof sogar eine Gruppe Kinder und Teenager mit einer Trainerin, die für das alljährliche Tanztunier aller polynesischen Inseln trainierte. Das war total cool, weil alles so einfach und gerade daher so atmosphärisch war: Hitze, Hinterhof, Trommeln, Tanzen, Lachen und wir mittendrin. Das war ein toller erster Abend! 

Frühstück aufgedrängt: Unsere erste Begegnung mit dem Herr des Hauses

Am nächsten Morgen klopfte es um 7:30 Uhr und dann nochmal 8:00 Uhr in der Früh an unserer Tür und der Vermieter rief in etwas zu forderndem Ton zum nicht bestelltem Frühstück. Wir waren dank des Jetlag todmüde und wollten einfach nur ausschlafen. Als wir dann etwa 2 Stunden später vorsichtig die Köpfe aus unserer Tür streckten, wurde uns nochmal in etwas angespannteren Ton mitgeteilt, dass man uns zum Frühstück geladen hatte. Ja wie schön, aber wir hatten es weder bestellt noch wurden wir gefragt. Nette Geste, aber irgendwie recht eigennützig, denn der Gastgeber war schon eher ein eitler Gockel. 

YouTube-Selbstdarstellung statt gemütlichem Abend: Unser Vermieter in Bestform

Nach unserer zweiten Erkundungstour durch die laute Stadt erwartete er uns am Abend vor dem riesigen Fernseher und zwang uns (s)ein Gespräch auf. Er sei ein ganz toller Tänzer gewesen, hätte auch an den traditionellen Wettbewerben teilgenommen und zeigte uns ein Video nach dem anderen (natürlich) auf seinem YouTube- Kanal. Während ich auch nach 20 Minuten noch versuchte interessiert zu wirken, rollte Marcus bei soviel Selbstbeweihräucherung innerlich schon in Höchstgeschwindigkeit mit den Augen. Irgendwann entschuldigten wir uns aber wohlerzogen höflich und verkrochen uns ins Zimmer. Waren wir froh, am kommenden Tag endlich in unseren kleinen Strandbungalow in Punaauia zu ziehen!


Diesen Stopp und unsere gesamte Neuseeland-Route kannst du live auf unserer FindPenguins-Karte nachverfolgen.
Stöbere auch gerne durch unsere weiteren Französisch Polynesien Reiseberichte für noch mehr Fernweh und Inspiration!


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