Tahiti – zwischen Instagram-Traum und Wirklichkeit
Sind wir mal ganz ehrlich: Hochzeitsreise nach Tahiti? Traumstrände und Surfer-Eldorado vor bester Wanderkulisse? Wer hat denn nicht in irgendeiner Weise schon davon gehört und sich gedanklich die typischen „Traumbilder“ gemalt?
Wir sahen uns jedenfalls morgens durch grüne Tropenwälder kleine Gipfel erklimmen und dann am Nachmittag an weißen Sandstränden am türkisfarbenen Meer mit Delfinen in buntester Korallen-Unterwasserwelt schnorcheln.




Pustekuchen, denn ich muss leider zugeben, dass unser Bild doch sehr Insta-verzerrt war. Klar, Tahiti ist hübsch und wirkt vermutlich traumhaft, wenn man 2 Wochen in irgendeinem all inclusive Ressort am Strand verbringt und am Pool chillen möchte, vielleicht auch mal eine Tour zum tollen schwarzsandigen Surfer-Olympiastrand ganz im Süden der Insel oder zu den schönen Wasserfällen nördlich der Hauptstadt bucht.
Für uns Individualreisende und Spontanbucher war es jedoch eher enttäuschend. Wir haben zwar ganz wundervolle Strand- und Schnorcheltage in Punaauia verbracht, aber die Unterwasserwelt bot ehrlicher Weise nicht sehr viel Abwechslung und die öffentlichen Strände waren zwar ganz schön, entsprachen aber nicht wirklich den Katalogaufnahmen, die einem ja Tahiti immer als Traumziel verkaufen. Wer jedoch solch ein „Traumziel“ sucht, sollte direkt weiter nach Moorea oder auf eine der anderen Inseln des Windes reisen.



Punaauia – unser erster Standort auf Tahiti
Wandern auf Tahiti? Zwischen überwucherten Pfaden und freilaufenden Hunden
Für uns war dieser Standort nahe schöner öffentlicher Strände mit direktem Blick auf die wunderschöne gegenüberliegende Insel Moorea eher ein langsames Eintauchen in die polynesische Inselwelt. Von hier aus bemerkten wir, dass es auf Tahiti keine Infrastruktur für Wanderer gibt. Wir haben mehrfach versucht vom Fuß der schönen Berge in die Täler dazwischen zu wandern oder hinauf, doch es hielten uns nicht nur freilaufende Kampfhunde davon ab, sondern auch einfach das Fehlen irgendwelcher Wanderpfade. Es gibt schlicht so gut wie keine und wenn ein Pfad auftaucht, ist dieser überwuchert und nicht begehbar.
Strandspaziergang mit Hindernissen – und ein unfreiwilliger Umweg
Alternativ wollten wir am Strand entlangspazieren, der ja auch nach französischem Recht allen gehört, aber auch hier ist es schwierig. Die Grundstücksbesitzer haben ihre Fläche einfach bis zum Strand bebaut und zwischen den Grundstücken gibt es keine Pfade ans Meer, nur sehr vereinzelt. Als wir dies ausprobierten und die Insel endlich etwas schön fanden, gab es für uns keinen Weg mehr zurück Richtung Hauptstraße. Da wir auch keine Lust hatten, die gesamte Strecke zurückzugehen, fragten wir kurzerhand ein paar im Wasser chillende Hauseigentümer, ob wir durch ihren Garten spazieren könnten.



Diese waren sehr süß und ließen uns dann sogar durch ihr Haus zum Hauptweg gehen. Sie freuten sich sehr über unser polynesisches „Māuruuru“ und „Nānā“, fragten in engl./französisch Mix woher wir kämen und wünschten uns noch eine tolle Reise. Kaum außerhalb des Grundstücks auf dem Weg, nah, uns schon wieder ein freilaufender, abgerichteter Schäferhund eines Nachbarn in Empfang und begleitete uns „freundlich“ zur Straße.
Unser erster Schnorchelversuch – und warum Moorea das Rennen macht
Unser erster Strandbesuch schockierte uns, weil das Wasser braun und schmutzig war. Doch schnell realisierten wir, dass selbst Inselbewohner enttäuscht rasch wieder kehrtmachten und verstanden, dass diese Qualität wohl eher nicht normal sei. In der Nacht gab es tatsächlich heftige Stürme auf dem Meer und wühlten selbst das sonst ruhige Wasser hinter der Brandung bis hin zum Strand auf. Am Abend, als wir dann zumindest am nächsten Strand den Sonnenuntergang bestaunen wollten, hatte sich auch schon alles wieder beruhigt.
So ging es am darauffolgenden Morgen nach einem Frühstück mit frischen Maracujas vom Obststand ums Eck auf zum 2. Versuch. Dieser glückte und wir entdeckten unsere ersten Korallen und ein paar bunte Fische Polynesiens.




Soviel kann ich schon vorweg nehmen: Unser eigentliches Schnorchelparadies wurde Moorea und ist auch unsere Empfehlung für jeden Reisenden, der Polynesien erkunden möchte. Vor unserer Abreise in die Staaten gaben wir Tahiti tatsächlich noch eine weitere Chance und liehen uns sogar für 4 Tage einen Mietwagen, aber verstehen können wir nach wie vor den Hype um diese Insel nicht. Wir würden Tahiti tatsächlich beim nächsten Mal nur für die Anreise nutzen, um schnellstmöglich von dort aus auf die anderen polynesischen Inseln überzusetzen.
Diesen Stopp und unsere gesamte Neuseeland-Route kannst du live auf unserer FindPenguins-Karte nachverfolgen.
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