Warum man Keas nicht füttern sollte
Eine höfliche Frage mit unerwarteten Folgen
In dem Café gibt es deswegen überall Schilder, dass man den Kea nicht füttern soll. Der Papagei ist ein gern gesehener Gast, die Bestände erholen sich zur Freude aller langsam, aber er ist eben ein Wildvogel und soll dies auch bleiben dürfen. Dennoch können sich einige Menschen nicht daran halten, stellten ihren Wunsch nach Unterhaltung hier offensichtlich deutlich über das Wohl des Keas. Pauline ärgerte sich sehr darüber und fragte irgendwann höflich eine ältere Frau, warum sie den Kea mit Keksen füttert, obwohl der Laden doch nahezu mit Schildern gepflastert war, welche dies untersagten.
„Komm her und wir kämpfen!“
Diese Frau antwortete, dass sie als Neuseeländerin aus der Gegend natürlich wüsste, dass das Füttern untersagt sei. Als Pauline dann überrascht (aber höflich) fragte, warum sie es dennoch täte, hatte sie keine Antwort. Wir dachten, dass Thema sei erledigt, doch plötzlich nach 5 Minuten, als diese kleine Vierergruppe Motorrad-Sonntagsfahrer nun das Café verließ, bemerkte der Ehemann besagter Frau, dass Pauline zu uns gehörte, meinte deren Ehre verteidigen zu müssen und rief Marcus zu:
Ist das deine Tochter?
Äh, ja. (Verwirrt)
Na dann komm her und wir kämpfen.
Wie bitte? (Noch verwirrter. Haben wir uns verhört? Wollte der Typ jetzt wirklich ein Hahnenkampf um die „Ehre“ seiner Frau zu retten?)
Komm zu mir und wir kämpfen! (sehr aggressiv, roter Kopf, mit geballter Faust, traute sich aber nicht auf die Terrasse des Cafés: Hausrecht? Ok, er meinte es wirklich ernst!)
Äh, nein! (Nun waren alle um uns verstummt und beobachteten diese absurde Szene. Wir wussten nicht, ob wir laut loslachen oder vor Schreck verstummen sollten. Pauline und Marcus lachten, ich war in Schockstarre und dachte nur: Bitte nicht provozieren! Bitte nicht auf das Gequatsche reagieren! Keiner verlässt die Terrasse!!!)
Los, komm jetzt her! (Wütender! Kopf dunkelrot)
Diese Aufforderung zum Duell ignorierten wir dann erneut, nun mit mitleidigem Lächeln bis Schockstarre und so langsam wurde es für den Möchtegern-Cowboy auch sichtlich peinlich. Um uns herum noch immer Totenstille, selbst der Kea hüpfte aufgeregt hin und her. Schlussendlich musste sich der Rowdy ungeprügelt geschlagen geben, aufs Motorrad setzen und abdüsen. Die Atmosphäre um uns herum entspannte sich deutlich, der Kea pickte wieder Krümel und auch wir beruhigten uns langsam. Was war das denn für eine schräge Aktion? Zu viel Chips Packungen mit 50iger Jahre Macho-Motiven gesehen? Das erinnerte uns doch sehr an den Busfahrer am Bondi Beach: gleiches Alter, dieselbe Macker-Attitüde.
Äußerst unangenehme Spezies!
Zum Glück endet der Tag doch noch mit einem Highlight
Nach diesem skurrilen Erlebnis wurden wir aber noch richtig belohnt. Auf den umliegenden Bäumen entdeckten wir plötzlich so einige der gut getarnten Papageien, welche entspannt die Früchte knabberten. So hatten wir es uns vorgestellt, Keas in freier Wildbahn.





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