Lake Rotoiti: Die langweiligste Wanderung unserer Weltreise
Lake Rotoiti: Die langweiligste Wanderung unserer Weltreise

Lake Rotoiti: Die langweiligste Wanderung unserer Weltreise

Zugegeben, bis jetzt haben wir auch nur außergewöhnlich schöne Wanderungen gemacht, egal ob auf den Kraterrand in Lombok oder im Urwald Borneos, dagegen kann eine normale Wanderung um einen See nur schwerlich mithalten. Nicht falsch verstehen, ein See wie Rotoiti in der Nähe Hamburgs zu haben wäre genial.

Lake Rotoiti: Ein See mitten im Nelson Lakes National Park

Die Möglichkeiten in Hope selbst waren begrenzt und am Ende des Tages, konnte man entweder zu den Ausläufern des Nelson-Lakes-Nationalpark in Richtung Süden oder der Küste im Norden fahren, um ein wenig die Gegend zu erkunden. Wir entschieden uns an einem Tag den Abel-Tasman-Nationalpark im Norden anzuschauen und an einem anderen den Lake Rotoiti. Hier sollte man vom Ufer aus den Neuseeländischen Langflossenaal bewundern können, einer der längsten und mit einem Alter von bis zu 100 Jahren auch einer der langlebigsten Aale der Welt.

Ob ich mit einem Neuseeländischen Langflossenaal meine momentan unternehmungsunlustigen weiblichen Mitreisenden zu einer über eine Stunde dauernden Autofahrt überreden kann? Ich habs tatsächlich geschafft! 😉

Von St. Arnaud zum Wasserfall

Los ging’s und nach über einer Stunde Fahrt hatten wir St. Arnaud, ein klitzekleines Örtchen am Ufer des Sees erreicht. Von dort aus ging es noch kurz über eine Gravelroad weiter zu unserem vermeintlichen Parkplatz. Endlich angekommen hatten wir 3 Optionen: auf den nahgelegen Gipfel wandern, zum Wasserfall und wieder zurück oder einmal um den See. Wir starteten erstmal Richtung Wasserfall und wollten dann sehen, wie wir weiterlaufen würden.

Weiter zur Coldwater Hut

Das Wandern selbst war sehr unspektakulär, zur unserer Linken der See, zur Rechten der bewaldete Hang. Die einzige Abwechslung war die neuseeländische Vogelwelt, die uns begleitete. Irgendwann kamen wir an den Wasserfall, joah, naja, ok. Wir entschieden uns weiterzulaufen. Und so ging es weiter bis zur Coldwater Hut, einer Art Berghütte zur Übernachtung, direkt am Sedimentfächer des Hauptflusseinlaufs. Eine Stärkungspause war längst überfällig, und wir genossen unser Picknick auf dem Steg vor der Hütte. 

Mit dem Schlauchboot über den Lake Rotoiti

Und nu? Wie gehts weiter? Sich über den Sedimentfächer (Flußdelta) zur anderen Seite durchschlagen? 1,5 Stunden zur nächstgelegenen Brücke weiterlaufen? Keine guten Alternativen.
Nach kurzem Smalltalk mit 2 anderen Wanderinnen tat sich noch eine 3. Alternative auf. Zufälligerweise sollte in den nächsten Minuten eine Art Fähre kommen, die gestrandete Wanderer für satte 40 N$ (20 €) pro Person zurück nach St. Arnaud mitnehmen würde. Also leider nicht ganz umsonst, sondern für ein saftiges Fährgeld!  Wir lehnten dankend ab. Kurz darauf kam ein weiteres Schlauch- alias Fährboot, um einen anderen Gestrandeten einzusammeln. Vielleicht lässt er ja mit sich reden?! Nein, auch er tat es nicht, aber wir entschieden uns für die günstige Fahrt, einmal bitte auf die andere Seite des Sees für ’nen 5er pro Person. Kleiner Taler, kurze Strecke 😂. Die Tour dauerte nur etwa 3 Minuten, war aber super witzig, weil der „Fährmann“ ordentlich Gas gab.

Endlich: Die berühmten Langflossenaale

Gerade noch trocken angekommen, mussten wir „nur noch“ den ganzen Weg auf der anderen Seite des Sees zurücklaufen. Und das zooooog sich. Und Wie! Aber irgendwann haben wir es dann doch geschafft und erreichten eine Art Campingplatz. Hier gab es auch die offiziellen Badestellen mit den Stegen, die ich schon im Internet gesehen hatte. Warum erwähne ich das? Weil hier, nach nunmehr 20km nahezu sturen Geradeauslaufens um den See die sagenumwobenen Neuseeländischen Langflossenaale zu sehen sein sollten. Und tatsächlich, da waren sie, lebten in den Lücken des Betons der Stege und schlängelten sich um ihre Pfähle. Ob es sich gelohnt hat dafür 6 Stunden um den See zu laufen? Da gingen unsere Meinungen auseinander. 😄

Hat sich die Wanderung für die Aale gelohnt?

Kleiner Funfact: Wir liefen von dort aus noch weitere 3 km um den See, damit wir wieder am Startpunkt ankamen. Das bedeutet also, dass wir anfangs mal lieber gleich in die andere Richtung gegangen wären, denn so hätten wir zwar vielleicht nicht den Wasserfall gesehen, aber einen kürzeren Weg zu den Aalen gehabt. Naja, hinterher ist man ja immer schlauer und die Bootsfahrt war wirklich lustig. Am Ende sollten es auch nicht die letzten und die beeindruckendsten Aale gewesen sein, die wir auf unserer Weltreise sehen durften. 

Wo waren unsere Stopps nochmal? Auf dieser Karte (FindPenguins) markieren wir unsere komplette Reiseroute 2025/2026 live, von Japan über Taiwan, Singapur, Malaysia, Indonesien, Australien, Neuseeland, Französisch Polynesien und den USA. 

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