Mount Rinjani Trekking: Unsere Wanderung zum Kraterrand auf Lombok (2641 m)
Mount Rinjani Trekking: Unsere Wanderung zum Kraterrand auf Lombok (2641 m)

Mount Rinjani Trekking: Unsere Wanderung zum Kraterrand auf Lombok (2641 m)

Weihnachten auf Lombok: Ein besonderer Start ins Abenteuer

Na mein neues Lebensjahr fing zumindest für mich mit dem Tauchschein ja bereits sehr spannend an und ich sollte zumindest 2 Tage Weihnachten ohne zusätzliche Stresshormone verbringen;). Pauline kam uns als tolle Weihnachtsüberraschung auf ihrem Weg zu den Gillis für 2 1/2 Stunden besuchen. So feierten wenigstens wir drei miteinander bei einer Weihnachtspizza am Strand und telefonierten anschließend mit Fritzi in den Staaten, die ja zeitlich zumindest noch am 23.12.2025 verweilte. Das tat richtig gut! Es machte einfach nur glücklich und irgendwie auch dankbar, dass wir alle gesund sind und solch ein verrücktes Weihnachten feiern dürfen.

Aufbruch zum Mount Rinjani: Von Senggigi nach Senaru

Nach 2 Tagen Erholung stürzten Marcus und ich uns dann auch schon ins nächste Abenteuer. Wir hatten uns fest vorgenommen, den Kraterrand des Mount Rinjani in Höhe von 2641m zu erklimmen. Auf Grund der Wetterbedingungen in der Regenzeit ist dies nur bis zum 31.12. möglich, da der Weg hinauf bis zum Ende der Regenzeit ab Neujahr gesperrt ist. Bei the way: Wir haben erst später erfahren, dass der Aufstieg ursprünglich nur bis November gestattet war. Naja, man merkt auch sehr schnell, was das für eine Gelddruckmaschine ist, sobald man die Tour macht. Dies wiederum erklärt auch das Ausdehnen der Wandersaison.

Zwischen Kultur und Chaos: Unsere Anreise durch Lombok

Wie auch immer, am 2. Weihnachtsfeiertag ging es los. Zuerst buchten wir ein Grab und fuhren damit knapp 2 Stunden von Sengiggi nach Senaru im Norden der Insel, ein kleines Dörfchen am Fuße des Vulkans und Ausgangspunkt der Touren. Der Weg dorthin war schon sehr abenteuerlich hügelig und kurvig, keine gute Mischung also, wenn die Fahrer hier eigentlich ausschließlich mit Dauerhupe auf der Überholspur rasen, egal ob in Kurven oder auf Hügelkuppen. Obwohl uns irgendwann schon etwas schlecht war und wir den Fahrer bitten mussten, von 100 km/h auf verträgliche 50 km/h abzubremsen, genossen wir die kleine Inseltour. Wir sahen Reisfelder, unterschiedlichste Dörfer von total sauber bis absolut zugemüllt und viele schöne Küstenabschnitte. 

Irgendwann gab es plötzlich Stau auf der Straße und wir waren schon besorgt, dass ein Unfall passiert war. Tatsächlich war dies hier jedoch ein (hoffentlich) schöner Anlass. Ganz langsam fuhren wir an einem Hochzeits- Marsch vorbei. Dieser war unterteilt in 2 unterschiedliche Gruppen und ganz farbenfroh. Hinten liefen die Männer in nach Farben sortierten Reihen, mit schwarzen, braunen,  gelben bis roten, blauen oder weißen Sarongs mit ihren traditionellen Kappen. Vorn liefen ebenso aufgereiht die Frauen in bunter traditioneller Kleidung. Nur die Braut war in Schwarz gekleidet. Der Marsch führte unter fröhlichem Gelächter und musikalischer Begleitung zur nahegelegenen Moschee, wo später die Hochzeit stattfinden sollte.

Bei Sonnenuntergang kamen wir schlussendlich etwas durchgeschüttelt im unerwartet armen Dorf an und wurden sehr freundlich von den vielen Bewohnern begrüßt, als wir unser Homestay suchten. Nur 9€ hatten wir dafür bezahlt und erwarteten nicht viel, nur ein ruhiges, sauberes Plätzchen. Diese Erwartungen wurden voll erfüllt und es gab obendrein sogar noch einen Banana-Pancake zum 6:30Uhr- Frühstück am nächsten Morgen. Wie immer befand sich das Homestay in deutlicher Rufweite der ansässigen Moschee, aber das hatten wir sogar schon fast erwartet. Kurz überlegten wir zu wechseln, doch merkten wir schnell, dass wir sogar einen der besseren Plätze erwischt hatten. Unsere Alternative befand sich nämlich direkt neben der 2. Moschee im Dorf, quasi Tür an Tür und beherbergte einen höchst motivierten Muezzin, der unbedingt gehört werden wollte.

Schlaflos vor dem Aufstieg: Ein schwieriger Start

Nachdem wir auf Grund des sehr lauten Ventilators und des ebenso geräuschvoll telefonierenden Nachbarn sowie der gackernden Hühner, welche um 4:15 mit dem Muezzin starten, wenig geschlafen hatten, wachte ich mit starker Übelkeit auf. War die Hühnersuppe des Vorabends doch nicht gut? Bitte nicht jetzt! Wir konnten und wollten keinesfalls abbrechen. Marcus hatte wenigstens seit 4 Tagen zum ersten Mal keine Kopfschmerzen mehr und nun das! Ich quälte mir einen halben Eierkuchen hinunter und wollte erstmal starten. Laut Guide würden wir ja mehrere Stops einlegen und zumindest bis zum 2. Stopp wollte ich abwarten, vielleicht würde es sich ja legen. 

Zur Sicherheit fuhren wir deshalb nicht hinten auf der Ladefläche zum Parkeingang mit, sondern entschieden uns für die normale Fahrerkabine. Schon darin merkte ich die ständig aufkommende Übelkeit 🤢. 
Zu Beginn war ich am Parkeingang noch kurz auf der ekelhaftesten Toilette, die ich benutzen musste und zwang mich auf dem Foto noch zu einem motivierten Grinsen. 

Unser Ziel: 2000m Aufstieg

Der Aufstieg: 7:30 Uhr Start auf 600m bis 15:00 Uhr (mit (zu) langen Pausen) 

Tatsächlich half die Bewegung oder die Aufregung jedoch und mit jedem Schritt ging es mir besser. Klar, die Hitze war fies, aber wir liefen die ersten 3 Etappen nur auf schalen Pfaden im Regenwald. So bekamen wir wenigstens keinen Sonnenbrand, schwitzten aber wie verrückt. Unser Team bestand aus Rinja, einem 21jährigen Guide, der mit uns noch etwas unerfahren aber hochmotiviert seine 5 Tour machte. Zudem begleiteten uns glücklicher Weise 2 Porter (Träger). Diese jungen Männer trugen die gesamte Ausrüstung inklusive der Lebensmittel, welche für uns mehrfach und wirklich ganz gut zubereitet wurden. Es war verrückt, wie schnell sie trotz des Gepäcks waren. Beide überholten uns sogar mehrfach, um am nächsten Stopp Snacks für uns zuzubereiten oder eben schon unser Zelt aufzubauen. Meine echten Helden auf diesen Touren! 

Mein Ziel persönliches war ja erstmal Position 2, die „Lunch- Station“. Ich dachte da eher so in kleinen Brötchen…

Der Weg dorthin dauerte etwa 2 1/2 Stunden und war vom Aufstieg moderat würde ich sagen. Klar, es ging sukzessiv bergauf, aber es war machbar. Auf der kleinen Lichtung angekommen ruhten wir uns erstmal 1/2 Stunde aus, bevor wir ein selbstgerechtes Mittagessen (um 10:20 🤭) aßen. Ich bekam auf eigenen Wunsch „nur“ Reis mit Hähnchen, ohne Gewürze & Co. Dies vertrug ich so gut, dass ich weiterwandern wollte. Also machten wir uns nach insgesamt 1 1/2 Lunchtime auf den Weg zur Station 3. Diese Etappe war schon anspruchsvoller und zog sich enorm in die Länge. Wir hatten aber tollstes Wetter, viel Wasser und konnten so die Tour endlich genießen. Rinja wollte irgendwie mehr oder längere Pausen machen als wir. Ich fragte mich schon, ob wir so alt aussahen oder zu unsportlich wirkten 😂.

Insgesamt schafften wir den Aufstieg doch ziemlich zügig, weil wir hin und wieder nur ein paar Snacks knabberten und kurz an den verschiedensten Plätzen verweilten. Marcus und ich wollten es vermutlich einfach nur geschafft haben und waren voller Vorfreude auf den Ausblick. Endlich kamen wir zur 4. Position und nun hieß es steil bergauf auf felsigem Untergrund zu kraxeln. Das war schon fies, zumal wir ja schon etwa 1600 Höhenmeter und 6 1/2 Stunden hinter uns hatten. Zudem zogen nun Wolken auf und die Sonne verschwand. Der aufkommende Wind und Nieselregen machten die letzten 450m nicht gerade leichter und ich zählte nur noch in meinen 100er Schritten, wie ich es auch schon am Grand Basin auf Réunion gemacht hatte. Irgendwann so bei 670 oder so hörte ich nur Rinja rufen: „You got it!“ und Marcus zeigte mit seinem Finger in die Richtung, wo wohl das Zelt stand.

Im peitschenden Nieselregen erreichten wir es dann und mehr sahen wir durch die dunkle Wolkenwand auch erstmal nicht. So entschieden wir uns glücklich, aber völlig erschöpft für ein Mittagsschläfchen, nachdem wir noch einen kleinen wärmenden Ingwertee getrunken hatten. Zum Nachmittagssnack geweckt war unser erster Gedanke: „Sieht man jetzt den Krater?“ Und wirklich, wir spähten vorsichtig hinaus und für diesen Moment hatten wir freie Sicht. Schneller als wir es nach so eine Wanderung für möglich hielten, packten wir uns in unsere warmen und trockenen Klamotten (Die mussten wir immerhin selbst tragen😉.) und eilten aus dem Zelt. Vor uns lag das Ziel unserer Begierde: der Vulkan Rinjani (Gipfel bei 3726m) mit dem vorgelagerten „Baby“Rinjani (nicht meine Kreation 🫣) im türkisblauen Kratersee, umgeben von grünen Bergen und Blick runter bis zum Ozean. Dafür hatten sich die Strapazen, die gar nicht sooo schlimm waren, wirklich gelohnt.

Eine kurze und unruhige Nacht

Gut, dass wir so kaputt waren. Daher hatten wir gar keine Kraft darüber traurig zu sein, dass wir keinen Sonnenuntergang oder Sternenhimmel beobachten konnten, weil wieder riesige Wolkenwände aufzogen. Nur kurz nach Sonnenuntergang genossen wir noch schnell einen Blick auf den roten Himmel, auf den Gunung Agung gegenüber (3142m/ höchster Vulkan Balis) und die Gilis (Gute Nacht Pauline 😘). 

Gewitter im Zelt ist ja schon nicht empfehlenswert, aber wenn das Zelt in den Bergen dann noch auf einem der höchsten Punkte steht, lässt einen das ziemlich unruhig werden. Diesmal wurden wir nicht morgens vom Muezzin, sondern vom Donnergrollen geweckt. Gerade als ich mich fragte, wie gefährlich denn wohl unsere Position hier auf dem Hügel sei, blitzte es auch schon ordentlich. wir hofften nun einfach darauf, dass schon alles gut gehen würde, doch an Schlaf war zumindest meinerseits nicht mehr zu denken. Zum Glück war ich schon ganz gut ausgeschlafen, denn ich fiel nahezu direkt nach unserem Dinner und dem Zähneputzen im Regen (Mein Mann hielt mich für zwanghaft 😂.) so gegen 20:00 Uhr in einen tiefen und erholsamen Schlaf. So hoffte ich dann ebenfalls bis 6:Uhr im Morgengrauen darauf, wenigstens einen wundervollen Sonnenaufgang zu Gesicht zu bekommen. Aber auch daraus wurde nichts. Es nieselte und nieselte…

Die Rutschpartie: 2000m abwärts

Wir beschlossen direkt nach dem Frühstück aufzubrechen. Uns war kalt und wir hofften auf Wärme und Trockenheit in den unteren Höhenlagen. Wir spürten übrigens (noch) keinen Muskelkater. Daher war der Abstieg zwar die ersten 2 Stunden etwas rutschig und feucht, aber dafür auch hochmotiviert. Was hatten wir geschafft: angeschlagen und müde wie wir waren über 2000m Aufstieg und eine kalte Gewitter- Nacht im Zelt. Es konnte nur besser werden! 

Wir überredeten Rinja, den Lunch ausfallen zu lassen und nur kurz an der 2. Station zu pausieren. Dort war es tatsächlich ziemlich überfüllt mit Wanderern und ihren Guides, welche wohl auf besseres Wetter hofften. Wir fanden den Weg abwärts stellenweise als ziemlich gefährlich, weil er durch den Regen enorm aufgeweicht uns rutschig war. Ich war sehr dankbar für unsere geliehenen Wanderstöcke, die hier absolut sinnvoll waren. Dank ihnen kamen wir nach etwa 5 Stunden Abstieg, einer Mischung aus Kletter- und Rutschpartie, unverletzt am Parkeingang an. Wir waren echt kaputt. Es war ein wenig wie bei der Geschichte „Hase und Igel“, denn unsere Porter warteten bereits gemütlich im Auto. Wahnsinn, was sie leisten und das in Badeschlappen! 

4000 Höhenmeter in 28 Stunden: Unser Fazit

Schlussendlich legten wir innerhalb von 28 Stunden ganze 4000 Höhenmeter bei ziemlich widrigen Bedingungen zurück und hatten dabei die beste Motivation für einen raschen Abstieg: die wunderbare Aussicht auf einen Cappuccino, einen frischgepressten Ananassaft und eine Pizza Margherita. 

Wir waren erleichtert und ich hatte endlich auch wieder Appetit. Die kurze Rückfahrt verbrachten wir gemeinsam als Team hinten auf der Ladefläche. Auch wenn es holprig war, wir genossen die Aussicht und den kühlen, aber trockenen Fahrtwind. Herrlich glücklich! 

Ach ja, der Muskelkater kam am 3.Tag und seitdem gewaltig😂.

Wo waren unsere Stopps nochmal? Auf dieser Karte (FindPenguins) markieren wir unsere komplette Reiseroute 2025/2026 live, von Japan über Taiwan, Singapur, Malaysia, Indonesien, Australien, Neuseeland, Tahiti und ??? 

Hast du Tipps oder Fragen? Ab in die Kommentare damit!