Abschied vom Wohnmobil – Auf nach Sydney
Wir verließen Anna Bay schon recht früh, denn uns trennten noch knapp 230 km Autofahrt von Sydney. Dies bedeutet aber auch, dass wir „unser“ WoMo abgeben mussten und uns wieder an feste Standorte gewöhnen sollten. Nach ganzen 4 Wochen schien uns das auch ganz verlockend und wir freuten uns auch darauf, zumindest die kommenden 5 Tage in Sydney mit den Öffis (äußerst günstig/ 1€ Tag inkl. Fähren) unterwegs zu sein und diese Stadt zu entdecken.
Nervenprobe mit dem Wohnmobil: Steile Straßen in Chatswood
Nachdem wir im Tunnelsystem Sydneys fast verloren gingen und es nur knapp wieder mit dem Riesenschiff an die Oberfläche schafften, fuhren wir zuerst zu unserem Hotel in Chatswood, einem doch sehr asiatischem Viertel/Vorstadt Sydneys. Wie es bei Google hin und wieder üblich ist, führte uns hier der Weg leider auch durch recht kleine Straßen. Grundsätzlich ist dies meistens kein Problem, aber auch in diesem Viertel gab es Straßenzüge, die doch eher an San Francisco erinnern. Zumindest stelle ich mir das so vor. Nichtsahnend standen wir auf einmal auf einem Hügelkamm und laut Google war unser Hotel jedoch auf dem nächsten, sprich wir sollten einmal durchs Tal und dann wieder hinauf. Klappt sicherlich gut mit einem PKW, aber mit `nem WoMo dieser Größe?
„Wenn wir jetzt runterfahren, müssen wir irgendwie wieder rauf.“
„Ach, das klappt schon.“
„Nee, das sieht zu steil aus…nicht mit dieser Kiste.“
„Ich hab` aber keine Lust zu wenden. Wo denn auch?“
„Boah, warum fahren wir überhaupt schon wieder mit „Google“? Haben wir total vergessen vorher zu schauen.“
„Wat nun?“
„Ok, aber ich steig aus, wenn ich Panik bekomme.“
„Ok. Los gehts.“
Die knapp 100m Ins Tal runterzufahren war natürlich easy peasy und für etwa 50m reichte auch noch der Schwung aber dann:
„Sch..ich muss aussteigen. Ich kann nicht mehr! Wir rollen gleich rückwärts!“
„Quatsch, das geht.“ (2 cm/ Stunde)
„Wir stehen fast! Lass mich lieber raus!!!“
„Das geht nicht mehr. Ich kann doch jetzt nicht anhalten!“
„Aber wir rollen gleich rückwärts!“ (Zittern, 1 cm/h)
„Eben! Gleich ist es geschafft, noch 10 Meter.“ (Millimeter/ Stunde)
„Wir bleiben stehen!“
„Puh…geschafft! Das war knapp!“
„Nie wieder!!!“ (Tränen der Erleichterung)
Wohnmobil abgegeben – Sydney mit Bus, Bahn und Fähre erkunden
Aus dieser Situation lernten wir. Nachdem wir unser Gepäck ausgeladen und eingecheckt hatten, ging es gleich weiter zur Ausleihstation. Dort lief alles sehr unkompliziert und wir hatten noch genug Zeit, um ins Zentrum an den Circular Quay zu fahren. Dafür machten wir einen kleinen Abstecher durch den schönen Botanischen Garten und näherten uns dann dem Symbol Sydneys: der Oper. Erwartet hatte ich ein strahlend weißes architektonisches Meisterwerk. Als ich die Oper erblickte, war ich absurderweise wirklich etwas enttäuscht. Sie ist einfach ein wenig in die Jahre gekommen und nicht so strahlend hell, wie es Bilder oft vortäuschen. Dennoch ist Sydneys ikonisches Opernhaus natürlich immer noch interessant anzuschauen und in ihrer Bauweise sehr besonders.



Erst als wir kurz darauf am wuseligen Circular Quay saßen und bei einem leckeren (und bezahlbaren!) Essen die flanierenden Menschenmassen beobachteten, realisierten wir, dass nun erneut ein Reiseabschnitt beendet war und wir schon in knapp einer Woche Richtung Neuseeland starten würden. Schon verrückt: Fingerschnipp und 6 Wochen sind vorbei!
Sydney entdecken: Mit der Fähre durch den Hafen
Aber uns blieben ja noch ein paar Tage. Diese nutzten wir intensiv, um Sydney zu erkunden. Am zweiten Tag bspw. setzten wir uns in Barangaroo einfach auf eine Fähre und schipperten so ein wenig durch die Stadt. So eine Tour ist wirklich empfehlenswert, wenn man sich außerhalb des Zentrums einen Eindruck von der Vielseitigkeit Sydneys machen machen möchte. Später schlenderten wir noch durch das historische Viertel „The Rock“. Es liegt direkt am Circular Quay (irgendwie landet man häufig wieder dort) und unter der Sydney Harbour Bridge, gleich neben dem Kreuzfahrtanleger. Bis auf wenige, aber hübsch restaurierte Straßenzüge mit langweiligen Souvenierläden, Restaurants und ein paar Handwerksläden gibt es hier leider nicht sehr viel zu sehen. Es ist einfach sehr auf die Kreuzfahrttouristen zugeschnitten.



Spannender fanden wir da schon das Studentenviertel Syndham. Es ist hier und da zwar etwas ranzig und auf Grund des nahegelegenen Flughafens fliegen ständig Flugzeuge über einen hinweg, aber man kann hier wirklich sehr hübsche und kreative Fleckchen entdecken. Marcus nutzte auch gleich die Chance und sicherte sich nach einem netten Gespräch mit den Besitzern einer Galerie/ Werkstatt eine Wand, die er besprühen durfte.
Kunst konsumieren und kreieren: Wir haben uns aufgeteilt
Während Marcus am nächsten Tag (s)eine Wand in Syndham verschönerte, wollte ich ein wenig zeitgenössische Kunst im „Museum of Contemporary Art“ genießen. Leider fand ich es bis auf die Sonderausstellung „Art and AI“ nicht so überzeugend, so dass ich mich noch ein wenig im Viertel rund um die Townhall Sydneys treiben ließ. Als ich ankam, waren hier mehrere Straßenzüge gesperrt und Menschenmassen kreischten plötzlich los.






Da es vorwiegend jüngere weibliche Passanten waren, ging ich davon aus, dass weder der amtierende australische Premierminister, noch ein Besuch des Staatsoberhauptes (Prinz Charles III.) aus dem britischen Königshaus oder Robin Williams erwartet wurden. Ich tippte eher auf Ed Sheeran, welcher an diesem Wochenende Konzerte spielen würde. Irgendwie lief ich an der richtigen Stelle vorbei, denn schon wieder kreischte alles um mich herum. Ich konnte erst nichts sehen, aber dann bemerkte ich in einem gegenüberliegenden Kosmetik-Store zwei scheinbar „wichtige“ Personen, die von einigen Securities umgeben waren. Und wer war es? Keine Ahnung 😂. Später recherchierte ich kurz: Es waren zwei australische Schauspieler (Margot Robbie und Jacob Elordi) aus der viel diskutierten Neuverfilmung der „Sturmhöhen“ (Emilie Brontë). Oha, was für ein Aufwand und eine Aufregung…verrückt! Jedenfalls machten dann auch die ganzen Plakate für die Premiere „Wuthering Heights“ drumherum Sinn.



Wo waren unsere Stopps nochmal? Auf dieser Karte (FindPenguins) markieren wir unsere komplette Reiseroute 2025/2026 live, von Japan über Taiwan, Singapur, Malaysia, Indonesien, Australien, Neuseeland, Französisch Polynesien und den USA.
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