Ab auf die Nordinsel Neuseelands: Wellington, Māori-Kultur und Heimweh
Ab auf die Nordinsel Neuseelands: Wellington, Māori-Kultur und Heimweh

Ab auf die Nordinsel Neuseelands: Wellington, Māori-Kultur und Heimweh

Die Nordinsel Neuseelands: Ein Land, zwei Welten?

Bestach die Südinsel/ Te Waka a Māui* mit spektakulären Gletschern und Bergen, unzähligen Fjörden und wirklich schroffer Wildnis, so sollen uns auf der Nordinsel Geysire, Vulkane und traumhafte Strände erwarten, nicht zu vergessen die deutlich spürbarere Māorikultur. Das ist ein hochgesteckten Ziel wie ich finde und bin gespannt, was sich davon für uns bewahrheitet.

Von Picton nach Wellington: Wir setzen über

Nach einem letzten schönen Stopp am Ohau Point fuhren wir bis Picton im Norden. Von dort aus startet die Autofähre nach Wellington und wir würden jedem, der nur begrenzt Zeit hat raten, rechtzeitig zu buchen. Wir konnten ja etwas trödeln und fanden noch ein Plätzchen am Abend, doch größtenteils waren die Zeitfenster bereits ausgebucht. In Picton angekommen schlenderten wir durch das kleine Städtchen, deckten uns im „FreshChoice Picton“ mit ein paar Lebensmitteln fürs Abendbrot ein und dann ging es schon Richtung Fähre von „Bluebridge“.

Diese startete pünktlich und bei untergehender Sonne verließen wir den hübschen Hafen durch den Queen Charlotte Sound und die Cookstraße in Richtung Norden. Die entspannte Fahrt dauerte etwa 3 1/2 Stunden und als wir so um 23:00 anlegten, war die südlichste Hauptstadt der Welt bereits wie ausgestorben. Auf jeden Fall war Wellington auch im Dunkeln die größte und hügeligste Stadt, die wir in Neuseeland bisher gesehen hatten. Wir waren gespannt auf den nächsten Tag.

Wellington bei Nacht – und plötzlich bekommen wir Heimweh

Nun wacht man in einem viktorianischem B&B mit zwei sehr freundlichen älteren Gastgebern auf, blickt vom Hügel hinunter und rundherum auf die Stadt und plötzlich ist es da, dieses Heimweh. Begonnen hat es mit einem Gespräch, indem Ben, der Gastgeber uns seine Besorgnis über den Krieg in Europa mitteilte. Zum ersten Mal auf dieser Reise wurden wir damit konfrontiert. Wir verfolgten das Geschehen in Europa seit unserer Abreise und fanden es erschreckend, wie sehr sich alles in den letzten Monaten zuspitzte. Die Kriegsmaschinerie wurde angeschmissen und nun wurde auch noch der nächste Brandherd durch die USA ordentlich befeuert.

Natürlich machten wir uns täglich Gedanken, verfolgten die Nachrichten und dachten auch oft an Fritzi, die ja gerade in den Staaten ihr Jahr an der Highshool erlebt. Durch Ben wurde uns nochmal bewusster, wie besorgt auch der Rest der Welt die Geschehnisse verfolgt. Wenn das schon für in der Ferne so war, wie erleben das denn erst unsere Familien und Freunde Zuhause?

Zealandia: Kākā statt Heimweh

Etwas später lotsten wir Marcus mit dem Auto die steile Auffahrt hinunter und fuhren durch kleine Täler zwischen begrünten Hügeln, vorbei an herrlich sommerlich blühenden Gärten vor bunten Holzhäusern und Villen zum Zealandia Ecosanctuary. Dies ist ein innerstädtisches Schutzgebiet für einheimische Vögel und Wildtiere, nur wenige Minuten vom Zentrum entfernt. Eigentlich ist trifft letzteres wohl auf beinahe alle Attraktionen in Wellington zu 😄. Diese Fahrt erinnerte uns sehr an das Hamburger Treppenviertel und schon vermissten wir unser Zuhause noch ein wenig mehr. Zealandia lenkte uns dann aber sehr gut ab.

Dort entdeckten wir den Kākā, einen engen Verwandten des Keas und ebenso verspielt. In freier Wildbahn ist bspw. ihre Art extrem gefährdet, weil brütende Weibchen in Baumhöhlen sitzen und dort mit ihren Küken leichte Beute für eingeschleppte Raubtiere wie Possums oder Hermeline sind. Aber in Zealandia leben sie unter ausgezeichneten Bedingungen und so kann man hier ihr schwatzhaftes, lautes Rufen häufig in den Wäldern hören oder sie beobachten.

Wellington Waterfront: Waka, Ruderer und ein bisschen Hamburg

Für den Nachmittag hatten wir 3 unterschiedliche Pläne. Pauline wollte sich etwas am bunten, quirligen Hafen entspannen, wo auch viele Ruderteams, von jung bis alt, trainierten. Kein Wunder also, das Neuseeland zu den erfolgreichsten Rudernationen der Welt zählt. Gerudert wurde hier im Waka, einem traditionellem Kanu. Wie schon im Artikel über Kaikōura erwähnt, ist in der Mythologie der Māori die gesamte Südinsel Neuseelands das Boot des Halbgottes Māui (Te Waka a Māui). Von diesem aus soll er die Nordinsel wie einen riesigen Fisch aus dem Ozean gezogen haben.

Te Papa Tongarewa: Auf den Spuren der Māori-Geschichte

Marcus stromerte einfach so durch die Stadt und war auch ein wenig auf der Suche nach einem bezahlbaren Ladegerät. Da ich mich für die Geschichte der Māori interessierte, besuchte ich das Te Papa Tongarewa (Behälter der Schätze). Dies ist das Nationalmuseum an der Waterfront. Es ist für Touristen nicht günstig, aber ich fand es wahnsinnig interessant. Hier erfuhr ich etwas über die Ankunft der Māori auf Neuseeland (Aoteaora) etwa im 13.Jahrhundert, ihre Geschichte der Seefahrt, die erste europäische Sichtung Neuseelands durch Abel Tasman 1642 und die Entwicklung der Māori nach der britischen Kolonisation mit organisierten Massenbesiedlungen ab 1839/40. Toll fand ich die Exponate wie ein Waka, verschiedene Wharenui (Gemeinschaftshaus) oder unterschiedlichste Fotografien kombiniert mit Original-Tonaufnahmen.

Im Sonnenuntergang haben wir später gemeinsam den schönen Tag ausklingen lassen, ein wenig die Ruderer beobachtet und uns vom Nachmittag erzählt. 

Wo waren unsere Stopps nochmal? Auf dieser Karte (FindPenguins) markieren wir unsere komplette Reiseroute 2025/2026 live, von Japan über Taiwan, Singapur, Malaysia, Indonesien, Australien, Neuseeland, Französisch Polynesien und den USA. 

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