Mount Cook (Aoraki) & Clay Cliffs: Lohnt sich ein Tagesausflug?
Mount Cook (Aoraki) & Clay Cliffs: Lohnt sich ein Tagesausflug?

Mount Cook (Aoraki) & Clay Cliffs: Lohnt sich ein Tagesausflug?

Vier Stunden Fahrt zum Mount Cook Nationalpark

Paulines angerissenes Band musste noch etwas verheilen, aber sehen wollten wir ja trotzdem etwas. Also starteten wir 2 Tage später für einen Mount Cook Tagesausflug in den Nationalpark (Aoraki). Die Fahrt sollte eigentlich „nur“ 2,5 Stunden dauern. Dies nimmt man bei der herrlichen Umgebung ja gern in Kauf, zumal dann ja auch der Weg das Ziel ist. Leider hatte ich hier jedoch den Start des Nationalparks am Lake Pukaki eingegeben und bei Google-Maps liegen den Zeiten ja immer sehr waghalsige Geschwindigkeiten zugrunde, so dass wir bis zum Parkplatz am Fuße des Gletschers letztendlich 4 Stunden fuhren. Dies dauerte ja länger als die Fahrt von Hamburg nach Berlin. Das sollte sich lohnen?

Ist der Tagesausflug zum Mount Cook die lange Anreise wert?

Im Nachhinein sagen wir „Ja!“. Tatsächlich entschädigt die abwechslungsreiche Landschaft. Während man anfangs noch eher durch schottlandähnliche Hügellandschaften fährt, taucht irgendwann in der zweiten Hälfte das Hochgebirge mit schneebedeckten Gipfeln auf. Kurz davor kann man noch einen Abstecher zu den Clay Cliffs machen, die wie riesige Termitenhügel in den Himmel ragen und von der Hauptstraße nur durch eine 10km lange Gravelroad erreichbar sind. Wir hoben uns das für ein Heimweg auf, aber später mehr dazu.

Lake Pukaki, Tasman Lake und Lake Müller

Im letzten Drittel muss man irgendwann von der Hauptstraße links abbiegen und plötzlich taucht dann zwischen den Hügel der türkisfarbene Gletschersee auf. Dieser zieht sich sehr lang und so fuhren wir noch bis zu dessen Ursprung eine weitere Halbe Stunde, immer den vielen anderen Touristen hinterher. Tatsächlich gibt es auch dann wieder 2 Aussichtspunkte, einmal nach links zum Lake Müller und nach rechts zum Tasman Lake. Wir parkten beide Male auf dem dafür vorgesehenen Parkplatz (Lake Müller= kostenpflichtig) und spazierten zügig die leider sehr kurzen Pfade zur Aussichtsplattform.

Traumhafte Ausblicke auf Gletscher und schneebedeckte Gipfel

Nach der langen Fahrt hatten wir uns etwas mehr Bewegung erhofft, aber was soll’s. Der Blick auf die Gletscher und Seen war schon grandios und erinnerte uns sehr an Island. Leider kamen wir hier aber nicht genauso dicht an die Gletscher heran. Daher mussten wir einfach den Blick aus der Ferne genießen, was nach 4 Stunden irgendwie schon etwas frustrierte. Ja klar, wir hätten auch dort im Voraus eine Unterkunft im Aoraki/ Mount Cook Village für uns buchen können, doch nicht nur Paulines Verletzung sondern auch die Preise 😱 schreckten uns ab. Wenn man hier ein paar Tage einplant, kommt man sicherlich als Wanderer mehr auf seine Kosten. Nun gut, es ist wie es ist. Immerhin hatten wir fantastisches Wetter mit einer spektakulären Sicht.

Die Clay Cliffs bei Omarama – Neuseelands bizarre Sandsteinlandschaft

Auf unserm Rückweg nahmen wir noch eine sehr liebe deutsche Tramperin mit, die wir noch in dem lustig österreichisch klingenden Kleinstädtchen Twizel rausließen und uns dort etwas Proviant besorgten. Nun mussten wir uns aber beeilen, denn die Sonne stand schon nicht mehr sehr hoch am Himmel und wir wollten uns doch noch Klippen anschauen. Nachdem wir die Schotterstraße (gravel road) gemeistert hatten (10 N$ Eintritt),  landeten wir auf einem kleinen Parkplatz im Nirgendwo auf einer Farm mitten im Nirgendwo.

Die unterschiedlich hohen, beigen Sandklippen mit ihren großen, scharfen Zinnen und Berggrate sind getrennt durch enge Schluchten. Beim Erkunden mussten wir uns auch wieder durch ein Nadelöhr hindurchzwängen. Nur mal so zur Einordnung: Einer der wenigen anderen Touristen musste da direkt passen, weil er zu groß und kräftig war. Also wer extreme Platzangst hat, schaut sich Klippen vielleicht lieber von außen an. Dort sind sie ehrlicherweise ebenso schön. Die Felsen bestehen aus Schichten von Kiesel und Lehm, die sich von Gletscherflüssen abgesetzt haben, die vor etwa 1-2 Millionen Jahren existierten. Verglichen mit den umliegenden Bergen, die 250 Millionen Jahre alt sind, sind diese bizarren Felsformationen also relativ jung. Diese Schichten aus Muscheln und Gestein kann man von allen Seiten sehr gut erkennen.

Durch den Sonnenuntergang zurück nach Wānaka

Insgesamt verbrachten wir bei unserem Mount Cook Tagesausflug nur knapp 45 Minuten bei den Clay Cliffs und fuhren dann im Sonnenuntergang weiter durch goldene Hügel und einsame Straßen bis nach Wānaka. Erschöpft aber glücklich von der Fahrt fielen wir abends ins Bett und tankten Kraft für den nächsten Ausflug. Wir mussten Wānaka ja am nächsten Tag schweren Herzens verlassen und machten uns dann auf Richtung Blue Pools, Fox-Gletscher und Franz Joseph- Gletscher.


Diesen Stopp und unsere gesamte Neuseeland-Route kannst du live auf unserer FindPenguins-Karte nachverfolgen.
Stöbere auch gerne durch unsere weiteren Neuseeland Reiseberichte für noch mehr Fernweh und Inspiration!


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